Aktzeichnungen 2015

2. März 2015 - 17:40 | Iacov Grinberg

Die Wände der Galerie Extrawurst tragen bis 29. März eine zusätzliche Last: Die Rahmen mit Zeichnungen der Ausstellung »Aktzeichnungen 2015«, die von 16 Künstlern stammen.

Seit Jahren sammelt sich jeden Mittwochabend im Annapamkeller Hempels eine Gruppe derjenigen, die diesen Abend dem Aktzeichnen widmen möchten. Die Gruppe ist eine lose Vereinigung ohne Satzung, ständiger Mitglieder etc. Sie hat nur ein Zentrum und gleichsam eine Triebfeder – den Augsburger Zeichner Karl Meyer. Er organisiert Räumlichkeiten, findet und bestellt Modelle. Teilnehmen kann jeder. Insgesamt gibt es nach seinen Worten mehr als 100 Teilnehmer, natürlich nicht alle an ein und dengleichen Abend.

Das sind keine langweilten Hausfrauen, das sind Menschen, die schon Grundlagen des Aktzeichens kennen und keine Anweisungen brauchen: Zwischen den Teilnehmern gibt es auch erfolgreiche Künstler, Designer und Architekten. Ich bin selbst kein Künstler, meine erfolglose Malversuche endeten nach Pflichtstunden in Gymnasium und ich kann nicht verstehen, was sie alle treibt, ausgerechnet den menschlichen Körper zu zeichnen? Nicht unbedingt ein junger und schöner, manchmal ein ganz alter und verwelkter? Vielleicht hat der menschliche Körper in sich etwas Besonderes, für Kunst Wichtiges. Wie kann man andernfalls erklären, dass es in Augsburg auch zahlreiche Aktzeichnenkurse und Aktzeichnengruppen gibt?

Diese Gruppe zeigt jährlich die Ergebnisse ihrer Arbeit. Auf dieser Ausstellung zeigen 16 Künstler ihre Arbeiten, die ihnen, ihrer Meinung nach, gelungen sind. Zeichnungen mit Bleistift und Tusche, mit Kreide auf schwarzem Papier. Es wurden Arbeiten „in einem Strich“ und in Farben vorgestellt. Jeannette Rothenberger hat auch ihre Zeichnungen auf einem Tablett mit Stylus gemacht (siehe Abbildung – Weiblicher Akt liegend2), was für mich ganz neu war.

Es ist verständlich, was auf einer Ausstellung am Ende eines Studienjahres zu erwarten. Die Studierenden zeigen ihre Erfolge in Maltechnik, Gestaltung, Komposition, die Lehrer zeigen die Ergebnisse ihrer Lehrarbeit. Hier aber möchten die Teilnehmer uns zeigen, was sie Interessantes, für sie Wichtiges am menschlichen Körper entdeckt haben und auf ihren Zeichnungen fixiert. Und dieses Interessante und Wichtige ist es auch Wert, den anderen gezeigt zu werden. Bedenken sie, dass nicht alle Teilnehmer ihre Arbeiten auf der Ausstellung gezeigt haben.

Mich freuten besonders die Arbeiten, wo die Figuren auch Gesichter mit einem Gesichtsausdruck hatten, anderen haben nur Körper selbst gefallen. Es wurde auch ein Gedanke leise geäußert, dass wir hier sehen können, wie sich einige unserer Mitbürger den Anderen – das heißt auch uns – vorstellen und wahrnehmen. Ich kann Ihnen nur empfehlen, diese Ausstellung zu besuchen und sich selbst Ihre eigene Meinung zu bilden.
(Iacov Grinberg)

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