All you need is love

28. September 2015 - 17:09 | Patrick Bellgardt

Das Sensemble Theater setzt bei Igor Bauersimas »norway.today« auf Komik statt Tragik – und macht damit alles richtig.

Alles beginnt in einem Chatroom: Julie (Raphaela Beier) ist der Welt überdrüssig. Sie spricht offen von Selbstmord, alleine fehlt der jungen Frau jedoch der Mut. Wer macht mit? August (Mathias Kusche) meldet sich zurück. Ihm fehlt der Sinn im Leben, wohin er blickt nur noch »Fake«. Sie tasten sich langsam heran, spüren ihrer Motivation nach. Während Julie das Gefühl hat, bereits alles hinter sich zu haben, möchte August am liebsten nichts mehr vor sich haben. Gemeinsam planen sie den Sprung in den Tod …

Szenenwechsel – aus dem Chatroom geht es ins »Real Life«. August und Julie reisen nach Norwegen. Der 600 Meter hohe Preikestolen-Felsen am Lysefjord soll es sein. Hier wollen sie den Absprung wagen. Schnell wird klar: Niemand hat gesagt, dass es einfach wird.

Igor Bauersimas »norway.today« beruht auf einer wahren Geschichte, auf die der Schweizer Dramatiker und Regisseur durch eine Meldung im Spiegel aufmerksam wurde. Gianna Formicone inszeniert die Zwei-Personen-Tragikomödie mit einem Schwerpunkt auf der Komik – und macht damit alles richtig. Ohne den Spannungsbogen und nötigen Ernst zu verlieren, wird das Stück so zu einem Plädoyer für das Leben. Norway today? Eher no way to die!

Raphaela Beier – zuletzt 2013 in »Oleanna. Ein Machtspiel« zu sehen – und Mathias Kusche – tolle Sensemble-Premiere für den Münchener – schaffen es, ihr intensives Zwiegespräch auf dem Weg zum Gipfel unterhaltsam, authentisch und temporeich zu verpacken. Es macht Spaß und stimmt gleichzeitig nachdenklich, die Beiden über das Glück und Unglück, den Sinn und Unsinn des Lebens philosophieren zu hören.

Die stärksten Momente erlebt die Inszenierung aber dann, wenn sich Julie und August wie bei einem guten Blind Date langsam, aber sicher näher kommen. All you need is love? Ja, vielleicht hatten die Beatles tatsächlich recht ...

Weitere Termine: 9., 10., 16., 17., 30. und 31. Oktober sowie 6. und 7. November.

www.sensemble.de

Weitere Positionen

19. Mai 2019 - 8:14 | Jürgen Kannler

Christian Hutter ist Geschäftsführer von Salz und Silber und Chef der ersten Online-Galerie, die sich rein auf Dokumentarfotografie spezialisiert hat. Ein Interview

17. Mai 2019 - 8:05 | Renate Baumiller-Guggenberger

Mit der Neueinspielung der »Missa Solemnis« von Leopold Mozart positioniert sich die Bayerische Kammerphilharmonie im LEO 300-Jubiläum.

15. Mai 2019 - 13:23 | Dieter Ferdinand

Rainer Diekmann legt eine lesenswerte Dokumentation über das Sanierungsgebiet Ulrichsviertel vor. Das diesjährige Ulrichsfest findet am 6. Juli statt.

15. Mai 2019 - 12:28 | Dieter Ferdinand

Mit dem Vortrag »Der Holocaust in der Ukraine« setzte das Bukowina-Institut am 9. Mai die mit dem Jüdischen Museum Augsburg-Schwaben veranstaltete Reihe »Die europäische Dimension des Holocaust« fort.

15. Mai 2019 - 9:27 | Renate Baumiller-Guggenberger

Haydns »Die Schöpfung« wird in Ev. Heilig Kreuz im Rahmen des Deutschen Mozartfests zum atemberaubenden Original-Klangerlebnis.

13. Mai 2019 - 10:27 | Sarvara Urunova

Unter dem Titel »Father and son« fand am 11. Mai die Eröffnung des Deutschen Mozartfestes im Kleinen Goldenen Saal statt.

12. Mai 2019 - 9:28 | Iacov Grinberg

Im Rahmen der Europawoche veranstaltete Anmesty International am 8. Mai einen Vortrag. Carl Wilhelm Macke, Mitarbeiter des Vereins Journalisten helfen Journalisten e.V., sprach über Pressefreiheit in Europa.

11. Mai 2019 - 16:29 | Renate Baumiller-Guggenberger

Das Deutsche Mozartfest feiert vom 11. bis 26. Mai 300 Jahre Leopold Mozart und beleuchtet die Facetten von Wolfgang Amadés »Schöpfer«. Ein Programmüberblick

9. Mai 2019 - 12:58 | Renate Baumiller-Guggenberger

Vor dem Start des Deutschen Mozartfestes und inmitten des »Leo 300«-Jubiläums trafen wir den Leiter des Mozartbüros Simon Pickel, um mit ihm über aktuelle Baustellen, zukünftige Konzepte und die »Luft nach oben« zu plaudern.

9. Mai 2019 - 12:28 | Patrick Bellgardt

Sebastian Seidels »Frankenstein unlimited« feierte Uraufführung im Sensemble Theater.