Alles Mozart, oder was?

10. Januar 2019 - 13:12 | Renate Baumiller-Guggenberger

GANZ KLASSISCH, die a3kultur-Klassik-Kolumne im Januar

Keine Frage, alle Fans von Mozart – Vater und Sohn – dürfen 2019 ganzjährig frohlocken. 300 Jahre Leopold Mozart werden von Januar bis in den Dezember hinein mit aller Raffinesse und in hochkarätiger Besetzung gefeiert. Kommen darüber nicht all diejenigen Klassikliebhaber zu kurz, die mit Amadeus und seinem weit vernetzten Erzeuger wenig anfangen können? Heißt das prägende Augsburger Konzertmotto 2019 also »Alles Mozart, oder was?« oder kann man sich auch auf Konzerte freuen, die komplett Mozart-frei sind? Selbstverständlich! Denn selbst wenn zahlreiche lokale Kulturschaffende auf den Geburtstagszug mitaufgesprungen sind, bleibt genügend Klang und Raum für all die Interpreten, die sich weiterhin konstant um die Pflege der anderen Klassiker sowie der Neutöner und Newcomer bemühen.

Um nicht allzu sehr in die zeitliche Ferne zu schweifen, sei hier auf die verlässlichen Augsburger Philharmoniker und ihr 3. Sinfoniekonzert hingewiesen. Sie widmen sich am 14. und 15. Januar – diesmal unter der Leitung von Kapellmeister Lancelot Fuhry – diversen Traditionslinien. Dafür stellen sie keinen Geringeren als Schostakowitsch und dessen »Sinfonie Nr. 1« ins Zentrum des Abends, der mit Beethovens Violinkonzert D-Dur op. 61 (mit »hauseigener« Solistin – denn die Südkoreanerin Jung-Eun Shin (Foto) ist seit 2017 Konzertmeisterin des Orchesters), mit dem in Moskau geborenen Komponisten Rodion Schtschedrin (*1932) und dem sinfonischem Fragment »Beethovens Heiligenstädter Testament« Kontraste setzt.

Wer einmal komplett und nahezu wortwörtlich abtauchen will, um aus eingefahrenen Klassik-Mustern auszubrechen, dem sei der kurze Weg in die Nachbar-Metropole empfohlen, wo es u.a. die Eistrompete zu entdecken gibt. Das Festival »Out Of The Box« lockt ab dem 11. Januar mit dem Versprechen, »Dinge zu wagen, die unmöglich scheinen« und veranstaltet eiskalt im Januar ein Open-Air mit Instrumenten, die direkt vor Ort aus Eis geschnitten werden. Dazu eine spektakuläre Unter-Wasser-Performance des aus Dänemark stammenden Ensembles »Between Music«. Die Festivalleitung hat also keinen geringen Anspruch, will sie doch wie einst Vater Leopold »Menschen vernetzen durch die gemeinsamen Erlebnisse, die unter der Haut gehen.« Mehr dazu unter: www.outofthebox.art

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