Aus dem Schatten ins Rampenlicht

11. Mai 2015 - 12:20 | Patrick Bellgardt

Stefanie Schlesinger und Wolfgang Lackerschmid präsentieren ihr neues Musiclett »Sangesfieber« im Sensemble Theater.

Der Traum vom großen Auftritt, vom Sprungbrett zur eigenen Musikkarriere – noch kann die junge Sängerin ihrem Durchbruch nur entgegen fiebern. Mit den Stars der Szene kommt sie höchstens am Rande in Berührung. Mit wenig Enthusiasmus schreibt sie als Kritikerin über die Auftritte anderer. Und die sind auch noch schlecht: glanzlos, uninspiriert, gewöhnlich. Könnte sie nur einmal selbst auf der Bühne stehen, sie würde es allen zeigen …

Nach den Brecht- bzw. Mozart-Musicletts »Jetzt ist er tot, der Hund« und »Mes très chères cousine« präsentieren Stefanie Schlesinger und Wolfgang Lackerschmid mit »Sangesfieber« ihr drittes Mini-Musical im Sensemble Theater (Regie: Sebastian Seidel). Das Musiclett, eine von den Beiden erarbeitete Bühnenform für eine Darstellerin, vereint Musiktheater und Jazz, verzichtet dafür auf Tanz und Effekthascherei.

Aus dem Schatten ins Rampenlicht – »Sangesfieber« ist aus einem durchaus musicaltypischen Stoff gestrickt. Wirkliche Überraschungen in der Handlung sucht man vergebens und auch der Charakter der Sängerin gewinnt im Laufe des Stücks kaum an Tiefe. Darüber kann man jedoch guten Gewissens hinwegsehen: Schließlich gelingt es dem Duo Schlesinger/Lackerschmid ein wunderbares Musikprogramm auf die Bühne zu bringen. Dabei wird »klassisches« Material – besonders stark: Schillers »Hoffnung« – gleichsam virtuos dargeboten wie Gedichte des Künstlers Markus Lüpertz und eigens für das Musiclett geschriebene Texte.

Brillant singt sich Stefanie Schlesinger durch den Abend, eindrucksvoll begleitet von Wolfgang Lackerschmid am Piano und Vibraphon. Das Zusammenspiel der beiden Jazzer scheint jederzeit blind zu funktionieren. »Sangesfieber« weiß zu verzaubern, der Schwerpunkt des Stücks liegt allerdings eindeutig auf der Musik und nicht dem Theaterspiel. So ist die Inszenierung letztlich ein herausragendes Konzerterlebnis, das durch gute Ideen wie die Videoprojektionen des Augsburger Multimediakünstlers Eric Zwang-Eriksson hervorragend ergänzt wird.

Vor wenigen Tagen erschien mit »Herzschmerz« das neue Album des Duos Stefanie Schlesinger und Wolfgang Lackerschmid. Einige der darauf vertretenen Vertonungen von Lüpertz-Texten sind auch im Sensemble Theater zu hören. Erhältlich ist »Herzschmerz« als LP, CD und Download.

Weitere Termine von »Sangesfieber« am 16., 21., 22., 29. und 30. Mai sowie 12. und 13. Juni, jeweils um 20:30 Uhr.

www.sensemble.de

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