Die besondere Note

29. Juni 2016 - 8:13 | Patrick Bellgardt

Hochkarätige Ensembles und Solisten, Newcomer und Weltstars – vom 1. bis 27. Juli locken die Audi-Sommerkonzerte nach Ingolstadt. Elf Veranstaltungen stehen auf dem Klassikprogramm des Unternehmens. Sebastian Wieser, Kulturreferent der Audi AG, sprach mit uns über die Besonderheiten des Festivals.

a3kultur: Ein Automobilkonzern als Motor der Kulturlandschaft – welchen Stellenwert nimmt die Kulturförderung bei der Audi AG ein?
Sebastian Wieser: Die Audi AG ist seit über 50 Jahren ein verlässlicher Partner der Kultur. Im Zentrum unserer Aktivitäten stehen eigene Kulturprojekte wie die Sommerkonzerte oder unsere Audi-Jugendchorakademie, die Förderung internationaler Spitzenfestivals wie beispielsweise der Salzburger Festspiele und die Unterstützung regionaler Kultureinrichtungen.

Seit 1990 veranstaltet Audi mit den Sommerkonzerten ein Klassikfestival in Ingolstadt. Hierzu zählen auch zwei Open-Air-Konzerte im Klenzepark, die Sie traditionell bei freiem Eintritt anbieten. »Umsonst und draußen« heißt es – wenn überhaupt – vorzugsweise bei Rock-Festivals. Sind solche Veranstaltungen ein Weg, Menschen an die klassische Musik heranzuführen, die ansonsten einen weiten Bogen um Theater- und Konzertsäle machen?
Das Audi-Klassik-Open Air ist innerhalb kürzester Zeit zu einem absoluten Kulturhighlight geworden. Seit 2009 strömen jedes Jahr mehrere Tausend Menschen zu diesen Konzerten in den Klenzepark. Bei freiem Eintritt möchten wir der Stadt und der Region etwas zurückgeben und darüber hinaus auch ein anderes Publikum erreichen. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie heterogen und vor allem auch jung die Besucher bei diesen Konzerten sind. Und vielleicht kommt der ein oder andere später auch zu den Veranstaltungen im Ingolstädter Festsaal …

Mit Formaten wie »Ohne Grenzen« oder »next generation« soll gezielt das junge Publikum erreicht werden. Gelingt das, wie sind Ihre Erfahrungen?
Die Konzerte werden wirklich sehr gut von jungen Menschen angenommen. Wir machen diese Veranstaltungen bewusst auch an ungewöhnlichen Orten wie beispielsweise der Eventhalle im Westpark. Diese sind bei Jugendlichen durch andere Konzerte bekannt. Mir gefällt es sehr, dass sich auch unser Stammpublikum auf diese Events einlässt.

Ein Fokus liegt bei Ihrem Unternehmen jedoch auch auf der eigenen musikalischen Nachwuchsarbeit. Mit der Audi-Jugendchorakademie bieten Sie jungen Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit, Bühnenerfahrung zu sammeln.
Mit diesem Projekt möchten wir junge Talente fördern und ihnen die Möglichkeit geben, auf allerhöchstem Niveau und mit internationalen Spitzenmusikern zusammenzuarbeiten. Die Idee geht aber über die musikalische Förderung weit hinaus: In der gemeinsamen Probenarbeit und der Fokussierung auf die Erarbeitung höchst anspruchsvoller Chorliteratur lernen die Jugendlichen viele »social skills«.

Stardirigent Kent Nagano gestaltet seit 2014 das »Vorsprung-Festival«. Das Engagement des gefragten US-Amerikaners endet mit der diesjährigen Auflage. Wie geht es mit dem »Festival im Festival« weiter?
Wir werden in den nächsten Jahren die Idee der Eigenproduktionen fortführen, die wir durch das »Vorsprung-Festival« mit in das Sommerkonzerte-Programm aufgenommen haben. Mit diesen Konzerten gelingt es uns, den Audi-Sommerkonzerten eine besondere Note zu verleihen.

2015 feierten die Sommerkonzerte ihr 25-jähriges Jubiläum, mit 37.000 Besuchern wurde ein neuer Zuschauerrekord aufgestellt. Wohin soll sich das Festival in den kommenden Jahren entwickeln?
Das letzte Jahr war natürlich aufgrund des Jubiläums auch in den Besucherzahlen ein besonderes Jahr. Außerdem hatten wir beim Klassik-Open Air zuletzt immer sehr großes Wetterglück, das uns sehr hohe Besucherzahlen beschert hat. Letztlich geht es uns aber immer um höchste Qualität in der Auswahl der Künstler, um dem Publikum in Ingolstadt etwas Besonderes zu bieten.

Das komplette Programm finden Sie unter: www.audi.de/de/brand/de/audi-artexperience/audi-sommerkonzerte.html

Thema:

Weitere Positionen

16. April 2021 - 9:13 | Martin Schmidt

Augsburgs Indie-Tankstelle Kleine Untergrundschallplatten veröffentlicht eine 10" von Bart & Friends. »Tolmie Wild Thymes«, so der Titel des Mini-Albums, präsentiert Jangle/Indie-Pop erster Güte.

14. April 2021 - 9:08 | Martin Schmidt

Auf »Wasserstoff« (CD/Digital/Stream) setzt der Augsburger Komponist Stefan Schulzki Gedichte von Unica Zürn, Daniel Graziadei und Joseph von Eichendorff in Tonbilder um. Mit dabei, als zentraler Baustein, ist Sängerin und Vokalkünstlerin Beatrice Ottmann.

13. April 2021 - 14:03 | Martin Schmidt

»Knospen des Frühlings« (Digital/Stream/MC) ist das bemerkenswerte Debüt von Special Snowflake. Der 23-jährige Augsburger Nikita Nakropin führt einzigartig Liedermachertradition mit Elementen aus Hardcore und Emo zusammen.

12. April 2021 - 8:28 | Juliana Hazoth

Diversität ist keine momentane Laune des Marktes, sondern schlicht der Wunsch, Realität abzubilden. Lesebedarf – die a3kultur-Literaturkolumne

11. April 2021 - 13:53 | Gudrun Glock

Gibt es Pflanzen, die Schnecken fernhalten? Was hilft wirklich bei Bienenstichen? Andreas Barlage gibt Auskunft in seinem Buch »Wie kommt die Laus aufs Blatt? Wissenswertes und Kurioses rund um die Tiere in unserem Garten«

9. April 2021 - 9:44 | Juliana Hazoth

»Als wir uns die Welt versprachen« – Romina Casagrande erzählt in ihrem neuen Roman vom Schicksal der Schwabenkinder.

7. April 2021 - 8:43 | Thomas Ferstl

»Projektor«, die a3kultur-Filmkolumne, über die Rückkehr von Filmfestivals, Johnny Depp, einer leichten Dame und eines Streamingdienstes.

6. April 2021 - 11:05 | Renate Baumiller-Guggenberger

Die Bayerische Kammerphilharmonie bringt on air Weltklasse aus Augsburg in die Welt und hat sich dafür auf die Kunst hochwertiger Konzertvideos konzentriert.

5. April 2021 - 6:34 | Gast

Aus der Erde geboren: Vor unserer Haustür erwacht zum Leben, was uns kulinarisch verwöhnt. Wild wachsende Kräuter sind wahre Schätze. Von Björn Kühnel

5. April 2021 - 6:03 | Gudrun Glock

Der neu erschienene Sammelband »Deutsche Geschichte. Von den Anfängen bis heute« führt auf fast 1.000 Seiten über die Epochen.