Ein bewegendes Schicksal

16. März 2018 - 14:33 | Janina Kölbl

Mit »Samia läuft« erzählt das JTA die Geschichte einer jungen somalischen Läuferin.

»Samia läuft« beruht auf einer wahren Begebenheit. Umso spannender ist die aktuelle Inszenierung des Jungen Theaters Augsburg. Bei der Premiere am 2. März ist der Raum der JTA-Studiobühne komplett gefüllt. Es ist ein Stück, das äußerster Empathie bedarf, sowohl vonseiten der beiden Hauptakteure, der Schauspielerin Kristina Altenhöfer und des Puppenspielers Maik Evers, als auch der Regisseurin Susanne Reng und ihrer Assistentin Katharina Robinson.

Inszeniert wird ein schweres Schicksal, das mitreißender nicht sein kann. Die Läuferin Samia Yusuf Omar, 1991 in Mogadischu geboren, verfolgt seit ihrem zwölften Lebensjahr einen Traum: Sie möchte eine berühmte Läuferin werden und bei der Olympiade in London 2012 für ihr Heimatland Somalia starten.

Doch dem Mädchen werden viele Steine in den Weg gelegt: Der Bürgerkrieg und die al-Shabaab-Miliz machen es ihr nicht leicht, ihr Ziel zu verwirklichen. Für die Islamisten ist Samias Traum ein Verstoß gegen die Scharia. Trotzdem läuft sie immer weiter, nachts in einem abgelegenen Stadion, umgeben von Schlaglöchern und Minen.

Das Junge Theater schafft es, die bewegende Biografie auf eine einfühlsame, aber unsentimentale Art zu inszenieren. Das Bühnenbild legt den Fokus auf einfache Ytongsteine und eine Kulisse aus verschiebbaren Plastikflaschen, die die verschiedenen Abschnitte in Samias Leben versinnbildlichen.

Mit ebenso unterschiedlichen schauspielerischen und Aufführungsmitteln, wie beispielsweise dem fließenden Einbetten und dem stetigen Wechsel zwischen den Dialogen von Altenhöfer und Evers mit der Samia-Puppe, werden die verschiedenen Lebensstationen der Läuferin aufgegriffen.

Am Ende verliert Samia ihren Kampf und ertrinkt auf der Flucht per Boot nach Europa im Mittelmeer. Dies ist in der Schlussszene nur angedeutet, lässt die Zuschauer*innen deshalb aber nicht weniger betroffen zurück.

Nächste Termine: 27. April, 19:30 Uhr, und 29. April, 18 Uhr, jeweils im Hoffmannkeller des Theaters Augsburg

www.jt-augsburg.de


Foto: Frauke Wichmann

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