Buddha in der Reischenau

5. September 2016 - 8:46 | Martin Schmidt

Der Zen-Tempel in Dinkelscherben. Ein Porträt

Inmitten des Naturparks Westliche Länder, in der Reischenau, befindet sich ein Zen-Buddhistischer Tempel: der Bodaisan Shoboji am Ortsrand von Dinkelscherben. Er gehört zur Rinzai-Schule, der zweitgrößten Lehrtradition im Zen-Buddhismus. Gegründet wurde der Tempel 1992, Leiter ist Dorin Genpo Osho (Hans Rudolf Döring). Der Dinkelscherbener Shoboji gehört zu den weltweit 3.500 Tempeln, die – zusammen mit 19 Klöstern – ihren Bezugspunkt im Haupttempel Myōshin-ji haben, der sich im japanischen Kyoto befindet. Die Rinzai-Linie, der er vertritt, ist die größte der insgesamt existierenden 15 Rinzai-Schulen.

Die Dinkelscherbener Dependance ist der erste und bisher einzige Zweigtempel dieser Rinzai-Tradition in Deutschland. Der Tempelname bedeutet übersetzt in etwa »Berg der Erleuchtung, Tempel zur aufrichtigen Verehrung der drei Juwelen«. Im Buddhismus bezeichnen die drei Juwelen Buddha, seine Lehre (Dharma) und die Gemeinschaft der den Buddhismus Praktizierenden (Sangha).

Der Shoboji ist eine Übungs- und Begegnungsstätte für Suchende, Anfänger und Geübte, die sich der Zen-Praxis widmen wollen. Angeboten werden das ganze Jahr über Sesshins (Übungstage mit Meditation und Lehrgesprächen), Zen-Seminare mit Teezeremonie und Ikebana und »Zen in Bewegung«®, auf dem Programm stehen aber auch Totengedenk- oder Neujahrszeremonien. An Freitagen oder Samstagen, die im Tempel mit einer Veranstaltung verbunden sind, kann man – bei vorheriger Anmeldung – auch abgelöst davon nur an einem Abend-Zazen (Sitzmeditation, von 19:25 Uhr bis ca. 21:15 Uhr) teilnehmen, was auch für Einsteiger zum Kennenlernen geeignet ist.

Der den Dinkelscherbener Tempel tragende Förderverein ist die Hakuin-Zen-Gemeinschaft (HZG), Sitz und Geschäftsstelle befinden sich ebenfalls in Dinkelscherben. Sie finanziert aber nicht nur den Bodaisan Shoboji, die HZG ist darüber hinaus Regionalcenter der Weltgemeinschaft der Buddhisten (WFB) und beteiligt sich aktiv am Dialog der Religionen; so engagiert sich Dorin Genpo Osho auch bei Augsburgs »Rundem Tisch der Religionen«.

www.zen-meditation-dinkelscherben.de

Der Zen-Tempel ist einer von neun Orten, mit denen sich Reinhard Gupfinger im Rahmen seiner Artist-in-Residence-Zeit in Augsburg künstlerisch auseinandergesetzt hat.
www.welcome-in-der-friedensstadt.de

Foto: Dorin Genpo Osho (rechts) erklärt AiR-2016-Künstler Reinhard Gupfinger (links) und a3kultur-Redakteurin Susanne Thoma (Mitte) Details im Inneren des Zen-Tempels in Dinkelscherben. (Foto: Martin Kohnle)

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