Politik & Gesellschaft

Bukowina?

Gast
1. Mai 2017

Ausgerichtet vom Europabüro des Bezirks Schwaben und vom Bukowina-Institut e.V., findet vom 2. bis 5. Mai eine Bukowina-Woche in Augsburg statt. Sie feiert das 20-jährige Jubiläum der Zusammenarbeit des Bezirks Schwaben mit der Bukowina. Zusätzlich bietet die Universität Augsburg, an die das Bukowina-Institut angegliedert ist, ein umfangreiches Begleitprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen.

Doch wo liegt eigentlich die Bukowina und warum hat Augsburg ein Bukowina-Institut? Die Bukowina (dt. Buchenland) ist eine Region, deren nördlicher Teil heute in der Ukraine liegt, mit Czernowitz als Hauptstadt, und deren südlicher Teil zu Rumänien gehört, mit Suceava als Hauptstadt. Bereits 1955 hatte der Bezirk Schwaben die Patenschaft über die Deutschen aus der Bukowina übernommen, die im Zuge des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen mussten.

1988 wurde vom damaligen Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher das Bukowina-Institut gegründet. Das Hauptziel des Instituts war und ist es, die Kultur und die Geschichte der Bukowina zu erforschen und diese in der allgemeinen europäischen Geschichte zu verankern.

Mit dem Aufbau der Partnerschaften des Bezirks Schwaben zur ukrainischen und rumänischen Bukowina nach dem Fall des Eisernen Vorhangs arbeiteten das Bukowina-Institut und das Europabüro stets eng zusammen. Der Austausch von Schülern, Studenten und Dozenten wurde begleitet, die Zusammenarbeit von sozialen Einrichtungen aus unserer Region mit sozialen Einrichtungen aus der Bukowina wurde gefördert. Hauptziel dieser Zusammenarbeit ist bis heute der Austausch von Erfahrungen und Techniken.

Otto Hallabrin hatte zum einen über lange Jahre die Geschäftsführung des Bukowina-Instituts inne, zum anderen war er im Bezirk Schwaben verantwortlich für die Partnerschaftsarbeit mit der Region der Bukowina (Bezirk Suceava/Rumänien und Staatliche Gebietsadministration Czernowitz/Ukraine).

Zum 1. April trat Otto Hallabrin seinen wohlverdienten Ruhestand an. Katharina Haberkorn, die selbst längere Zeit in Rumänien und der Ukraine verbracht hat, folgte ihm als Partnerschaftsbeauftragte. Die Geschäftsführung des Bukowina-Instituts übernimmt Jun.-Prof. Dr. Maren Röger, die bereits seit April 2015 auf einer vom Bezirk Schwaben gestifteten Juniorprofessur die engere Zusammenarbeit des Bukowina-Instituts mit der Universität Augsburg vorantreibt, wissenschaftliche Projekte am Institut realisiert und Studierende in ostmitteleuropäischer Geschichte unterrichtet.

An der Universität werden am 3. und 4. Mai zahlreiche Vorträge zu hören sein, etwa über »The Multicultural Bukovina. Reshaping the Past for the Future« von Prof. Anatoliy Kruglashov oder ein Vortrag von Prof. Dr. Iryna Petrjuk zur Situation der Erwachsenenbildung in der Bukowina. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Julia Colakyan studiert Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg und ist zurzeit Praktikantin im Bukowina-Institut.
www.bukowina-institut.de

Foto (von links): Maren Röger (Juniorprofessorin an der Universität Augsburg und neue Geschäftsführerin des Bukowina-Instituts), Otto Hallabrin (ehemaliger BI-Geschäftsführer und Partnerschaftsbeauftragter des Bezirks Schwaben für die Bukowina) und Katharina Haberkorn (neue Partnerschaftsbeauftragte)

Das Programm der Bukowina-Woche:

MI 03.05

18:15 Uhr, Raum L1-1005: Prof. Dr. Stefan Purici (Geschichte, University of Sueceava) im Historikerkolloquium, Geschichte der Bukowina: Perspektiven der Historiographie

DO 04.05.

11:45 Uhr, Hörsaal I: Prof. Dr. Iryna Petrjuk (Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik an der Universität Czernowitz), Zur Situation der Erwachsenenbildung in der Bukowina

14 Uhr, Raum D-4056: Ein Studium im unbekannten Osten? Informelle Gesprächsrunde mit Prof. Stefan Purici (Geschichte, Universität Suceava, Rumänien) und Serhij Lukanjuk (International Office, Universität Czernowitz, Ukraine)

17 Uhr, Raum D-2003: Leyla Safta-Zecheria (Universität Budapest/Universität Wien): Psychiatriereform in Rumänien: Verlassenheit, Subsistenz und Einsperrung (Vortrag in im Kolloquium Europäische Regionalgeschichte in Kooperation mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung)

Ab 18:30 Uhr, Bukowina-Institut: Abschluss der Bukowina Woche

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