Diversität leben

18. Mai 2018 - 9:34 | Janina Kölbl

Achille Mbembe, einer der wichtigsten Denker des Postkolonialismus, gastierte in Augsburg.

Zum Abschluss der Vortragsreihe »Borders in the Age of Networks« des afrikanischen Historikers und Philosophen Achille Mbembe fand am 16. Mai ein Podiumsgespräch in der Neuen Stadtbücherei statt. Seine Gastdozentur, die von der Katholisch-Theologischen Fakultät und dem Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg organisiert wurde, beinhaltete bereits in den Tagen zuvor eine Reihe von Vorträgen an der Uni und im Rokokosaal wie »Borders in a World of Networks: Who Can Move, Who Can’t and Why?« sowie »The Idea of a Borderless World« oder »Decolonizing Knowledge«.

Das Gespräch in der Stadtbücherei leitete die Berliner Kulturjournalistin und Literaturkritikerin Claudia Kramatschek auf englischer und deutscher Sprache. Den Rahmen der Diskussion bildeten die wichtigsten Bücher Mbembes, darunter »Kritik der schwarzen Vernunft«, »Politik der Feindschaft« und »Ausgang aus der langen Nacht«.

Dabei betonte Mbembe, der Kolonialismus sei wohl die »primitivste Form des rassistischen Despotismus«, eine der wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts sei die Entkolonialisierung Afrikas – ein Umstand, der in den Köpfen der Menschen immer noch nicht angelangt sei. Ebenso erklärte der Theoretiker, dass uns eine demographische Revolution bevorstünde: Ein Viertel der Weltbevölkerung werde am Ende des Jahrhunderts Afrikaner sein. Im Hinblick auf diese Entwicklung müsse die Brücke zwischen Afrika und Europa endlich überdacht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends stellten die Themen Kapitalismus und Rassismus dar. Ein wesentlicher Aspekt der Moderne sei der Kapitalismus, dessen Funktion darin liege, Rassen zu erschaffen. Am Ende stellte sich die Frage, wie man Diversität leben könne. Dabei müssen »Gemeinsamkeiten und nicht unsere Unterschiede betont werden«, so Mbembe.

www.jfz.uni-augsburg.de

Foto: Achille Mbembe ist der mittlerweile vierte Inhaber der Internationalen Gastdozentur am Jakob-Fugger-Zentrum.

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