Exquisite Stimm- und Klangkultur

11. Juli 2018 - 9:34 | Renate Baumiller-Guggenberger

Das 20. Open-Air-Festival »Konzerte im Fronhof« präsentiert vom 20. bis 22. Juli hochkarätige Stamm- und Stargäste in einem Jubiläumsprogramm, das »zaubert und flötet«, Mozart, Bruch und Beethoven, aber auch Jazz und Weltmusik vereint.

Ausnahmsweise steht diesmal der dringende Hinweis auf einen rechtzeitigen Ticketerwerb am Anfang. Die Empfehlung von Wilhelm F. Walz (Foto), dem künstlerischen Leiter des weit über die Region hinaus bekannten Klassikfestivals, kommt nicht von ungefähr: »Unser Publikum hat die Konzerte im Fronhof nicht nur sehr gut angenommen, es ist regelrecht heiß auf unserer großartiges Jubiläumsprogramm 2018.« Kein Wunder, denn das erlesene Open Air Klassikfestival vor der zauberhaften Kulisse der spätbarocken ehemals fürstbischöflichen Residenz rückt seit seinem Start im Jahr 1999 nicht nur Augsburgs Bedeutung als einzige deutsche Mozartstadt virtuos in den Fokus, sondern profiliert sich im Rahmen der konzertant aufgeführten Opern als Hotspot exquisiter Stimm- und Klangkultur.

Bei diesem feinen, aber nicht elitären Klassikfestival stimmt irgendwie alles, was im Übrigen auch der ansprechende Webauftritt www.konzerte-im-fronhof.de widerspiegelt. Auf die konzertante Oper und eine klassische Orchestergala folgen unterhaltsame Abstecher in den Jazz oder seit drei Jahren auch in die Sphären der Weltmusik in Kooperation mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg. Ein Meisterklassenpodium, das mit der Uni Augsburg und dem LMZ organisiert und vom jeweiligen Artist in Residence (in diesem Jahr ist es Teresa Schwamm) geleitet wird, rundet das erlebnisreiche Konzertevent ab.

Es scheint, dass Mozart Vater und Sohn ihre Hände schützend über den Fronhof halten. Oder liegt es gar an den begeistert involvierten drei Schirmherren, namentlich dem Regierungspräsidenten Karl Michael Scheufele, dem Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichert und OB Dr. Gribl, dass in der Vergangenheit selbst das Wetter mitspielte? So musste die evangelische Heilig-Kreuz-Kirche, die als akustisch formidable Ausweichspielstätte fungiert, bislang erstaunlich selten in Anspruch genommen werden.

Konstanter Erfolg kommt dennoch nicht von allein. Violinist und Dirigent Wilhelm F. Walz ist ein souveräner und seriöser Netzwerker, der bei der aufwendigen Programmgestaltung mit langem Vorlauf neben der eigenen musikalischen Expertise seine weitreichenden internationalen Kontakte ausschöpft. Seit dem dritten Festivaljahr ist das renommierte Orchester SUK-Symphony Prag unter seiner Leitung als Residenzorchester und musikalischer Botschafter zu Gast. Auch die Augsburger Domsingknaben und in diesem Jahr erstmals der preisgekrönte Münchner via-nova-chor bereichern die Konzerte.

Was das Engagement arrivierter Sänger oder die Entdeckung neuer Talente betrifft, vertraut Walz auch auf die Empfehlungen von Kollegen, wie etwa dem Bariton und »Stammgast« Johannes Martin Kränzle, oder auf die Zusammenarbeit mit professionellen Sängeragenturen wie der Wiener Opera4u. Er verortet das erfolgreiche Gelingen der Klassikreihe auf fünf tragfähigen Säulen, die mittlerweile die Planungssicherheit erheblich erhöhen. Allem voran ist es das treue, aufgeschlossene Publikum, dann die verlässliche und wertvolle Förderung durch Sponsoren, ergänzt durch das enorme Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter und die professionelle, reibungslos funktionierende Organisation des veranstaltenden Vereins Konzerte im Fronhof e.V. (seit 2017).

Last but not least betont Walz die von großer gegenseitiger Wertschätzung getragene künstlerische Zusammenarbeit. »Es ist ein wirkliches Geben und Nehmen«, so Walz, das die von ihm gewünschte Ernsthaftigkeit des Musizierens auf höchstmöglichem Niveau ermöglicht. Dieses professionelle Teamwork auf allen Ebenen garantiert natürlich auch im Jubiläumsjahr ein beeindruckendes musikalisches Feuerwerk. Die hochrangig besetzte »Zauberflöte« zur Eröffnung und am Finaltag, die Orchestergala, die Beethovens 9. Sinfonie mit dem Doppelkonzert für Klarinette und Viola von Max Bruch (Teresa Schwamm sowie Daniel Gurfinkel als Solisten) vereint, sowie die Hommage an Michael Jackson, die der Jazztrompeter Rüdiger Baldauf mit seinem Ensemble präsentiert, dürften erneut für maximalen musikalischen Genuss sorgen. Die regionale Note steuern in bewährter Güte diesmal Walter Bittner, Daniel M. Eberhard, Stephan Holstein und Uli Fiedler als Zakedy Music mit dem »Exyl«-Programm bei.

www.konzerte-im-fronhof.de

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