Ausstellungen & Kunstprojekte

Fabelhafte Folienwesen

Bettina Kohlen
16. Dezember 2015
kunstverein augsburg_franziska kneidl_20151215

Franziska Kneidl bemalt, beschichtet und besprüht lange Bahnen aus transparenter Plastikfolie und schlingt diese anschließend um und über große Hulahoopreifen oder kleine Metallringe. Im Übereinanderschichten der Folienbahnen generiert sich so eine neue Malerei. Doch aus dem trashigem Material entstehen vor allem figurinenhafte dramatische Gebilde von großer Finesse und Leichtigkeit, die in ihrer Bewegtheit und pastelligen Farbigkeit sowohl freie Draperien sein können, wie die wandgebundenen Arbeiten, oder ätherische Rokoko-Wesen, wie die frei im Raum stehenden Körper. Die Skulpturen agieren mit Attitüde auf einer Bühne, für die sie zugleich Kostüm und Bühnenbild liefern.

Die Assoziation zum Theater kommt nicht von ungefähr. Franziska Kneidl wuchs in einer bühnenaffinen Familie auf (ihr Vater ist ein bekannter Bühnenbildner, ihre Mutter Tänzerin und Theaterfotografin). An den Kammerspielen erlernte sie den Beruf der Theatermalerin und studierte anschließend an der Städelschule.

Kneidls skulpturale Arbeiten werden im Holbeinhaus mit Leinwandarbeiten früherer Jahre kombiniert. Diese strengen ruhigen grauen Gemälde ergeben einen reizvollen Kontrast zu den überbordend barocken Figuren, sie sind aber für sich genommen bei weitem nicht so spannend wie Kneidls fabelhaft wunderbare Foliengestalten.

Die Ausstellung »fabelhaft« läuft bis zum 28. Februar im Kunstverein Augsburg im Holbeinhaus. Führungen werden am 16. Januar um 14 Uhr und am 3. Februar um
19 Uhr angeboten.

www.kunstverein-augsburg.de

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