Figurentheater aus Indien

24. Oktober 2018 - 8:51 | Iacov Grinberg

Der Verein »Freunde des Augsburger Puppenspiels e.V.« hat den Augsburger Zuschauern am 19. Oktober ein Gastspiel des Marionettentheaters aus Bangalore (Indien) »Puppe Tree« präsentiert.

Das Ensemble setzt die indische Tradition des Figurentheaters fort und versucht gleichzeitig es zu verjüngen. Seine Figuren sind in Indien bekannt und beliebt.

Das Theater hat zwei einfache Geschichten erzählt. Thatha, ein alter und lustiger Mann, begegnet in einem Park in Indien einem verspielten Esel. Beide genießen die Natur. Danach überleben sie die Regenzeit. In der zweiten Geschichte bekommt ein kleines Mädchen, Tori, von ihren Eltern ein gutgemeintes Geschenk. Ein Handy oder i-Pad und so taucht sie völlig in die virtuelle Welt ein, sodass sie in die reale Welt nur mit Schwierigkeiten zurückkehren kann. Die zweite Geschichte zeigte mir, dass die modernen Geräte bei Kindern zu einem großen Problem, nicht nur in Deutschland, geworden sind.

Vor dem eigentlichem Puppenspiel wurden traditionelle indische Tänze vorgeführt. Ein paar Tänze wurden von Schauspielerin des Puppentheaters gezeigt, andere von der Augsburger Gruppe »Nrittya-Indische Tanz«, die diese Tänze als Amateure oft zeigen. Das war eine Einführung in die Art, wie das Puppentheater »Puppe Tree« funktioniert: Es arbeitet auch mit der Sprache von Bewegungen.

In der indischen Kultur, basierend auf traditionellem Tanz, bilden Bewegungen eine eigenständige Sprache. Man kann das mit Gebärdensprache vergleichen. Bei der Gebärdensprache haben Positionen und Bewegungen der Arme und Hände und die Mimik eine Bedeutung. Im indischen Tanz haben das auch die Positionen und Bewegungen der Beine und Füße. Nicht umsonst wurden einige Marionetten von einer Person geführt, Hauptfiguren dagegen von zwei. Beine, Arme, Hände und Kopf einer Puppe sollten gleichzeitig genau bewegt werden. Für ein kleines indisches Publikum sind einige diese Bewegungen schon bekannt, sie „lesen“ diese Bewegungen als Zusatz zu den Worten. Oder sind die Worte ein Zusatz zu den Bewegungen?

Wir, die diese Sprache nicht kennen, schauten einfach mit Vergnügen auf ein gutes Puppenspiel. Ganz am Ende der zweiten Geschichte hat das Theater uns einen Ah!-Moment beschert: Eine wunderbare Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling, die jedem Puppentheater eine Ehre machen könnte.

Wir sollen dem Verein »Freunde des Augsburger Puppenspiels e. V.« für die Organisation dieses Gastspieles dankbar sein und warten mit Ungeduld auf das angekündigte Festival Klapps 2019.

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