Gleich gleich #1

6. März 2019 - 13:32 | a3redaktion

a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen zum Thema Gleichheit. Teil 1: Stefan Glocker, Direktor der Volkshochschule Augsburg

»Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.« Über 70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bleibt dieses große gemeinsame Ideal der Menschheit noch immer Utopie. Global betrachtet könnten die Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen nicht ungleicher sein. Denken wir in einem kleineren Rahmen und blicken auf unseren Alltag, begegnet uns der Wert der Gleichheit in den unterschiedlichsten Ausprägungen und Themenfeldern. a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen. Sie zeigen: Gleichheit ist eine Maxime, die wir nicht aufgeben sollten. Protokoll: Patrick Bellgardt


Stefan Glocker, Direktor der Volkshochschule Augsburg:

Unsere Gesellschaft dividiert sich anhand ganz verschiedener Bruchlinien auseinander und entsolidarisiert sich: Herkunft, Einkommen, Geschlecht, aber auch der Zugang zu Bildung und digitalen Kompetenzen spielen hier eine Rolle. In einer funktionierenden Gesellschaft sollten diese Brüche möglichst gering gehalten werden. Gleichheit ist dabei eines der zentralen Themen. Wie in einer Familie muss man versuchen, dass jeder gleichermaßen zu seinem Recht kommt.

Gleichheit und Ungleichheit sind Themen, die wir im gemeinsamen Dialog angehen müssen. Politische Konzepte und Förderungen können helfen – entscheidend ist aber, dass die Menschen sich begegnen. Wir sind eine Gesellschaft, und da gehört jede*r dazu. Die Volkshochschule Augsburg ist ein Ort, wo dieses Ideal aktiv praktiziert wird. In einem vhs-Kurs treffen ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander – auch was das Bildungsniveau angeht. Die Wissenden müssen solidarisch sein mit den Nichtwissenden.

»Im Zuge der Digitalisierung sehen wir, dass sich die Lebensverhältnisse nicht nur verändern, sondern ungleich werden. Viele werden ausgeschlossen.«

Wie begegnet die Volkshochschule gesellschaftlichen Bruchlinien? 2019 starten wir in Kooperation mit der Lebenshilfe Augsburg ein auf drei Jahre angelegtes Projekt zur Inklusion. Unser Ziel ist es, mehr Menschen mit Behinderung in das reguläre Kursprogramm zu bringen. Unsere Mitarbeiter*innen werden in diesem Kontext weiterqualifiziert.

Die Volkshochschulen waren schon immer von Frauen geprägt: Nur 20 Prozent der Direktor*innenstellen in Bayern sind heute von Männern besetzt. Lediglich 25 Prozent unserer Teilnehmer*innen sind männlich. Vor dem Hintergrund der Gleichheit sehen wir daher das Problem, dass sich Männer nicht an Bildung beteiligen – egal, aus welchem sozialen Milieu sie stammen.

Als große Trägerin von Deutschkursen leisten wir einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Integration zugewanderter Menschen in die Stadtgesellschaft. Unsere Kurse in diesem Bereich bieten weit mehr als die bloße Vermittlung von Sprache: So besuchen wir beispielsweise Büchereien, erklären den ÖPNV oder veranstalten Fahrradworkshops.

Im Zuge der Digitalisierung sehen wir, dass sich die Lebensverhältnisse nicht nur verändern, sondern ungleich werden. Viele werden ausgeschlossen. Wenn man sich heute die Schalterhalle einer Bank anschaut, dann sieht man nur noch ältere Mitbürger*innen. Für uns ist es ein wichtiges Ziel, diese Menschen so weit zu bringen, dass sie digitale Prozesse im Alltag meistern können.

Mehr zum Thema in der a3kultur-Printausgabe März 2019:
https://a3kultur.de/ausgabenarchiv

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