Politik & Gesellschaft

Ein Glücksgriff

Renate Baumille...
10. Dezember 2020

Circa 20.000 Studierende in rund 90 Studiengängen an 8 Fakultäten – das sind die aktuellen Zahlen der Universität Augsburg. »Wie studiert es sich heute?« fragt die a3kultur-Sonderveröffent­lichung zum 50. Geburtstag des größten Bildungs- und Kulturortes unserer Region. Download der Gesamtausgabe

8 Student*innen, pro Fakultät eine*r, hat die a3kultur-Redaktion in Kooperation mit der Universität Augsburg porträtiert: #3 Caroline Bachmann, Juristische Fakultät (Foto © Frauke Wichmann)

Caroline Bachmann ist eine von derzeit über 3.000 Student*innen an der Juristischen Fakultät. Für das Studium an der Universität Augsburg hat sich die gebürtige Münchnerin entschieden, da von hier die erste Zusage auf ihre Bewerbung kam. Ganz ohne die Fuggerstadt zuvor kennengelernt zu haben und damit vor allem mit einer großen Portion Neugier erfolgte mit der Immatrikulation der Umzug. Beides hat sie bislang keinesfalls bereut – ganz im Gegenteil: Ihren Studiengang »Jura klassisch« und ihren derzeitigen Wohnort bezeichnet sie im Brustton der Freude und Überzeugung als »totalen Glücksgriff« und als wirklich großes Los.

Und das, obwohl die Juristische Fakultät Augsburg zu den größeren deutschen Jurafakultäten zählt. »Wir können einerseits ein breites Forschungs- und Lehrangebot anbieten, andererseits wird Wert auf eine enge Betreuung der Studierenden gelegt. So werden in Augsburg beispielsweise weitaus mehr Übungen, Fallbesprechungen und (Probe-)Klausuren angeboten als anderswo. Und in der Forschung besitzen wir ein klares Profil, das sich mit vier Schlagworten zusammenfassen lässt: Internationalität, Wirtschaftsrecht, Medizin- und Biorecht sowie Grundlagen des Rechts«, erläutert Dekan Prof. Dr. Arnd Koch die Besonderheiten »seiner« Fakultät.

Internationalität und individuelle Förderung als großes Plus

Dass dieses Konzept nicht nur auf dem Papier gut funktioniert, bestätigt Caroline:  »Man wird gesehen und gefördert, und das ist viel wert«, meint die Studentin, die vor allem die internationale Ausrichtung der Lehre als Stärke der Juristischen Fakultät in Augsburg empfindet. Über ihre zu Beginn des Studiums geschriebene Seminararbeit über das »Chemikalienrecht in Japan« sowie Bildungsprogramme bzw. Stipendienreisen (von ihrer Fakultät initiiert und finanziell gefördert), die sie im zweiten und dann erneut im sechsten Semester nach Japan führten, zeichnete sich rasch ihre Leidenschaft für den Schwerpunkt »Umweltrecht« ab. Begeistert berichtet Caroline von den facettenreichen Erfahrungen, die sie im Kontext dieser beiden Auslandsaufenthalte machen durfte, wo sie die dortige Rechtspraxis und die -institutionen intensiv kennenlernte und aufschlussreiche Vergleiche mit dem hier geltenden Recht ziehen konnte.

Da Jura hier auch sehr notenabhängig ist, will sich Caroline im Moment noch nicht konkret festlegen, was ihre beruflichen Ambitionen nach dem Studium betrifft. Sie hofft, dass sie später in jedem Fall den Job findet, in dem sie ihr bislang erworbenes Wissen langfristig ausbauen kann. Ihr ist es mit Blick auf die Zukunft wichtig, ihre Interessengebiete und ihre Stärken zu vertiefen und weiterzuentwickeln und sich so auch weiterhin mit den häufig sehr komplexen Inhalten des Umweltrechts auseinanderzusetzen und dieses womöglich auch voranzubringen.

Bereits seit über zwei Jahren ist Caroline, die sich im Moment in der lernintensiven Vorbereitungsphase für das Staatsexamen im März 2021 befindet, in der Fachschaft engagiert. Sie ist derzeit nicht nur die 1. Vorsitzende der Studierendenvertretung ihrer Fakultät, sondern zudem Mitglied im Stiftungsrat der JUSTA (Stiftung der Freunde und Förderer der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg), die sich unter anderem die Förderung der rechtswissenschaftlichen Ausbildung und der Studienbedingungen zum Anliegen macht sowie die Karrieremesse JUSTINA als wertvolle Plattform für eine erste Kontaktaufnahme zu regional und international tätigen Kanzleien organisiert.

Caroline empfindet es als sehr positiv, wie gut sich die Studierenden an der Juristischen Fakultät einbringen können. Auf die unterschiedlichsten Anliegen von studentischer Seite gehe man rasch und lösungsorientiert ein. Wichtig scheint ihr für die Zukunft, dass die Stimme der Studierenden flächendeckend an der Universität noch stärker Beachtung findet und so die von studentischer Seite kommenden hochschulpolitischen Themen gehört und ernst genommen werden.

Eine tolle, lebendige, moderne Universitätsstadt

In ihrer Wahlheimat Augsburg fühlt sie sich sehr wohl und bezeichnet sie als tolle, lebendige, moderne Universitätsstadt. Sie schätzt neben dem kulturellen Angebot die Größe, die sie als »greifbar« definiert. Events wie die »Sommernächte« findet sie ideal, um auch spontan auf Kommiliton*innen zu treffen. Zu ihren Lieblingsorten zählt neben dem Stadtzentrum auch das ansprechend gestaltete Campusareal. Sie schwärmt für ihre Fakultät, wo sich ebenfalls viele Gelegenheiten für den Austausch mit Student*innen oder den Professor*innen ergeben, etwa im Rahmen des Juraballs, der aktiv von Studierenden mitgestaltet wird.

Da trifft es sich gut, dass die Mensa und die Cafeterias (»Cafeten« genannt) mit einem kreativen Angebot, auch an veganem und vegetarischem Essen, punkten und dort mit einer auch schon offiziell ausgezeichneten Qualität gearbeitet wird, von der die Student*innen profitieren. Auch die weiteren (Freizeit-)Angebote der Uni, insbesondere der studentischen Initiativen, wie Sommerfeste und Studierendenreisen etc., hat sie bereits mehrfach genutzt, Vorträge und Tagungen besucht, aber auch die Tennisplätze des Sportzentrums eifrig bespielt.

Bei der Gewissenhaftigkeit und der Zielstrebigkeit, die Caroline an den Tag legt, wenn es um ihr Studium geht, bleibt vermutlich gar nicht so viel Freizeit, um weiteren Outdoor-Aktivitäten zu frönen; wenn doch, so bieten ihr die Westlichen Wälder und die Wertach eine ideale Umgebung. (rbg/uni)

www.uni-a.de

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