Götterfunken – BTHVN2020

Beethoven
8. Januar 2020 - 12:13 | Renate Baumiller-Guggenberger

Jetzt also auf nach Bonn … oder doch nach Wien? Wo feiert man standesgemäß den 250. Geburtstag des Komponisten Ludwig van Beethoven, der als Visionär gilt und das meiste, das vor ihm galt, radikal hinterfragte?

Vermutlich ist es egal, wohin man sich begibt oder ob man ganz einfach bleibt. All das, was Orchester und Opernhäuser, Solisten oder Kammermusikensembles ihm zu Ehren und mit Crossover-Potenzial in diesem Jahr veranstalten, dürfte weltumspannend, vielseitig und in jedem Fall hörenswert sein.

Als Schüler von Joseph Haydn kam der junge Klaviervirtuose aus seiner Geburtsstadt Bonn im Jahr 1792 nach Wien, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1827 blieb – hier feierte er Triumphe, hier stellte er sich dem Schrecken des Gehörverlusts. In Bonn wie in Wien also ist 2020 die Beethovenhölle los: Bereits 2016 fanden sich im Schulterschluss die Bundesrepublik Deutschland, das Land Nordrhein-Westfalen, der Rhein-Sieg-Kreis und die Bundesstadt Bonn zur Errichtung der gemeinnützigen »Beethoven Jubiläums GmbH« zusammen, die unter der Dachmarke BTHVN2020 kommuniziert und rund 300 Projekte mit Tausenden Veranstaltungen realisiert (www.bthvn2020.de).

Teil davon ist auch das »Beethoven Pastoral Project«, das im 7. Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker am 27. und 28. April 2020, inspiriert durch die Sinfonie Nr. 6, die Themen Beethoven und Umweltschutz samt einer Uraufführung von Tobias PM Schneid mit dem aktuellen Kunstförderpreisträger Evengy Konnov (Klavier) sowie dem Opern- und dem Philharmonischen Chor zusammenführt. Und wie bereits gemeldet lässt sich auch das Deutsche Mozartfest Augsburg zwischen dem 8. Mai und dem 14. Juni 2020 die überraschenden Querverbindungen zwischen den beiden Tontitanen nicht entgehen. Schweißtreibend wie ein echter Marathon dürfte das Projekt »Klaviersonaten als Zeugnisse einer genialen Entwicklung« sein, dem sich Studierende des LMZ ganzjährig mit der Aufführung sämtlicher Klaviersonaten Beethovens stellen. Der Startschuss fällt am 26. Januar 2020 um 19:30 Uhr im Konzertsaal – das krönende Finale findet an Beethovens Tauftag statt, dem 17. Dezember 2020, an dem Evgenia Rubinova als international bekannte Beethoveninterpretin die »Hammerklaviersonate« spielt (die sie bereits auf CD eingespielt hat) – ein Werk, das als nahezu unspielbar gilt.

Und nochmals zurück auf Anfang bzw. den Ausflug nach Wien: Die Staatsoper ebenso wie das Theater an der Wien (dort unter der Regie von Christoph Waltz!) widmen sich seiner einzigen Oper »Fidelio«. Ergänzende österreichische Beethovenschmankerln finden sich zum Beispiel unter musik2020.wien.info. Hinreichend Termine also, um die musikalischen Götterfunken und Beethoven als Weltbürger und Wegbereiter in die Moderne wahrzunehmen!

 

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