Gratis, kostbar, aber nicht umsonst!

31. Januar 2019 - 15:02 | Renate Baumiller-Guggenberger

Es ist doch eine fabelhafte Vorstellung, einmal das eine oder andere Konzert gratis genießen zu können. Gerade heutzutage, wo vieles im Kulturbetrieb seinen nicht unerheblichen Preis hat. Geht nicht? Weit gefehlt!

Nicht allein, aber doch in einem luxuriösen Umfang bieten zum Beispiel die Musikstudierenden des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg (Foto) die Möglichkeit, wöchentlich reizvolle Konzertprogramme zu erleben (Programm: www.philso.uni-augsburg.de/lmz/Veranstaltungen).

Dabei handelt es sich um eine viel zitierte »Win-win-Situation«: Die Studenten erwerben vor ihrem Abschluss bzw. ihrem Eintritt in den Ernst des Berufslebens als Orchestermusiker oder Musiklehrer wertvolle Podiumspraxis. Sie üben nicht nur viele Stunden am Tag auf ihrem Instrument, sie müssen ebenso den öffentlichen Auftritt meistern, der für viele mindestens so herausfordernd ist wie eine anspruchsvolle Partitur. Die Hörer können sich entspannt oder aufmerksam zurücklehnen und zum großen Teil auch Werke kennenlernen, die vom »Mainstream« anderer Konzerte abweichen. Es kann intim und großartig sein, es darf aber auch mal noch nicht ganz virtuos klingen. Dafür bekommt man einen Einblick in den Alltag des Musikstudiums, Gespür und Empathie für das Phänomen »Lampenfieber« und ahnt den Zusammenhang von Anspannung und Leistung. Man motiviert und unterstützt die Musiker, die sich und ihr aktuelles musikalisches Niveau preisgeben, sich »gratis« zu Gehör stellen.

Auch beim Preisträgerkonzert »Jugend musiziert – regional« am 10. Februar um 10:30 Uhr im Kleinen Goldenen Saal kann man musikalisches Zukunftspotenzial ganz kostenfrei miterleben. Bereits am 3. Februar, 20 Uhr, kann man den Weg in die Barfüßerkirche einschlagen, um beim 11. Akademiekonzert »Dona nobis pacem« Werken von Haydn und Mendelssohn zu lauschen – interpretiert von Studierenden der LMZ-Gesangsklassen sowie der ChorAkademie Augsburg und der OrchesterAkademie Augsburg unter der Leitung von Prof. Dominik Wortig. Wer es dagegen zeitgenössischer liebt, sollte am 7. Februar, 19:30 Uhr, im LMZ-Konzertsaal in der Maximilianstraße 59 vorbeikommen, in dem Studierende der Instrumentalklassen des Leopold-Mozart-Zentrums unter der Leitung und Moderation von Prof. Dr. Franz Jochen Herfert zeigen, wie spannend Komponisten wie Stockhausen oder Kurtág klingen. Wer Augen und Ohren offenhält, wird sicher noch weitere Beispiele für kostbaren, kostenlosen Ohrenschmaus ausfindig machen. Die vielen Kirchenmusikangebote sind da nicht die schlechteste Adresse.

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