Gute Vorhaben und ihre Realisierung

26. Februar 2020 - 11:09 | Iacov Grinberg

Vor einigen Monaten haben mich drei junge Menschen mit Mikrofon auf dem Rathausplatz angesprochen. Sie machten eine Befragung, ob die Menschen mit der Arbeit des Augsburger Stadtrats zufrieden sind.

Ich antwortete ihnen, dass es einige Ergebnisse dieser Arbeit gibt, die schlecht sind. Jedoch steckte ich nie in der Haut eines Stadtrats und kann nicht beurteilen, ob dies einfach das bestmögliche Ergebnis im Rahmen des knappen Stadtbudgets ist.

Warum erinnere ich mich an diesen Vorfall? Ich habe während der letzten Wochen mit Vertretern vieler Parteien gesprochen, die in den Straßen werben. Leider habe ich festgestellt, dass alle diese Vertreter nur über Wünsche und Intentionen ihrer Parteien sprachen. Das städtische Geld ist jedoch begrenzt. Auf die Frage, auf was man verzichten sollte, um ausgerechnet diese Wünsche zu verwirklichen, hatten sie keine Antwort.

Das erinnerte mich an eine typische Familiensituation, wenn Kinder eine neue, größere Kleidung brauchen und sich dabei eine modische (und natürlich teure) wünschen. Der Vater hätte gerne das alte Familienauto ersetzt, die Mutter eine Urlaubreise. Dabei gibt es Pflichtzahlungen wie Miete, Versicherungsbeiträge etc. – und Familienbudget ist nicht ausdehnbar. Obwohl wir den Familienhaushalt in der Regel gut verstehen, beherrschen nicht alle diese Situation gleichermaßen: In Deutschland sind fast zwei Millionen Haushalte überschuldet.

Ich habe einen begründeten Zweifel, ob alle Menschen, die Stadtrat werden möchten, den städtischen Haushalt wirklich kennen und verstehen. Fragen Sie doch einmal bei Ihren Kandidaten nach. Vergessen Sie nicht, dass nicht alle Wahlversprechen realisiert werden, oft wegen fehlender Mittel. Besonders in Kulturfragen stoßen wir zu oft auf eine sehr knappe Finanzierung.

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