Politik & Gesellschaft

Gutes Leben durch gemeinschaftliches Gärtnern

Susanne Thoma
12. März 2016

Die Saison hat längst begonnen. Auf den heimischen Fensterbänken sind Tomaten und Paprikas vorgezogen. Im Mai werden die Setzlinge ins Freiland gepflanzt. Nur Biodünger ist im GrowUp erlaubt, denn das Säen, Ernten und Kompostieren ohne Chemie ist aktiver Umweltschutz. Gerne gesehen wird es, wenn alte, vom Aussterben bedrohte Sorten gehegt werden. Gemeinschaftsarbeit wie Rasen mähen, Kompost umsetzen, einen Zaun reparieren ist Pflicht. Freiraumplaner Martin Dix vom Vorstand des Trägervereins sagt: »Nicht allein der Gemüseanbau ist uns wichtig. Wir versuchen Differenzen auszuhalten und entdecken dabei Gemeinsamkeiten.«

So entstehen neue interkulturelle Zwischenräume. Mittlerweile sind 16 Nationalitäten im Garten vertreten. Man kann an der Art der Bewirtschaftung meist die Herkunft der Beetpaten ableiten. An massiven Rankhilfen wachsen zum Beispiel gigantische vietnamesische Schlangenkürbisse. Viele Migrantinnen und Migranten bringen aus ihren Ländern wertvolle Erfahrungen in Gartenwirtschaft mit. Ein Wissen, das in der modernen Industriegesellschaft oft abhanden gekommen ist. An den Schnittstellen von Natur, Kultur und Sozialem entsteht jede Gartensaison die Migrationsgesellschaft neu. Das »gute Leben« mitten in der Stadt zeigt sich besonders bei Ereignissen wie dem Frühlingsfest mit Gartenflohmarkt, das wieder am 1. Mai stattfindet. Leckeres Essen, Musik, Jungpflanzen und Nützliches für den Garten wird es geben.

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