Idole meiner Kindheit

5. November 2015 - 8:42 | Thomas Ferstl

Diese Ausgabe von »Projektor« ist zwei Männern gewidmet, einem realen Visionär und einem fiktionalen Helden.

Steve Jobs und James Bond begleiten mich seit vielen Jahren durchs Leben. Jobs vor allem mit seinen visionären Produkten, allen voran das MacBook, auf dem ich diese Zeilen schreibe. Aber auch seine öffentlichen Auftritte und seine wirtschaftlichen Erfolge und Misserfolge übten und üben eine große Faszination auf mich aus. Bond hingegen übt eine ganz andere Faszination aus. Verkörpert durch Connery und Craig ist er ein modisches Vorbild, zeitlos elegant. Wenn ich versuchte, junge Damen kennenzulernen, hoffte ich doch jedes Mal, dass etwas von 007s Charme und Coolness abgefärbt hat. Dass ich meiner aktuellen Freundin mit »Martini – geschüttelt, nicht gerührt« nähergekommen wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln. Wie dem auch sei, lesen Sie nachfolgend, wie sich die zugehörigen Filme zu diesen Charakteren schlagen. Sollten sie Ihnen nicht zusagen, keine Angst. Der November ist ein prall gefüllter Kinomonat, der diese Bezeichnung wahrlich verdient hat.

Bond, James Bond is back in »Spectre« (5. November, CinemaxX, Cineplex, Kinodreieck). M (Ralph Fiennes) gerät unter Druck. Max Denbigh (Andrew Scott), der neue Leiter des Centre for National Security, zweifelt an der Relevanz des MI6 – und natürlich auch an der von 007. Dieser war gerade auf einer nicht genehmigten Solomission in Mexiko City unterwegs und hat natürlich einiges an Chaos verursacht. Danach kommt Bond in Rom der Geheimorganisation Spectre auf die Spur. Moneypenny (Naomie Harris) und Q (Ben Wishaw) stehen 007 wie immer zur Seite, als sich dieser aufmacht, die wichtige Informantin Madeleine Swann (Léa Seydoux) zu finden. Nur mit ihrer Hilfe kann er hinter das Geheimnis von Spectre und ihrem Anführer (Christoph Waltz) kommen. Vor Redaktionsschluss war es mir nicht möglich, den Film zu sichten, aber meine Vorfreude ist zu groß, um ihn hier nicht zu featuren. Diese Besprechung basiert also auf den bereits veröffentlichten Trailern. Über Daniel Craig gibt es nichts Überraschendes zu sagen. Meiner Meinung nach ist er, abgesehen vielleicht vom Aussehen, in Bezug auf die literarische Vorlage der akkurateste Film-Bond. Der restliche Cast lässt ebenfalls kaum zu wünschen übrig und die Action ist, 007-typisch, großartig. Regisseur Sam Mendes gelang mit seinem ersten Bond-Film »Skyfall« auch der erste Milliardenerfolg der Reihe. »Spectre« steht in seinen Trailern »Skyfall« in nichts nach und ist wunderschön fotografiert. Umso tragischer, dass Mendes keinen dritten Bond machen möchte, aber viele Gründe, sich auf das 24. Filmabenteuer von 007 zu freuen. Ich bin jedenfalls ganz Aston Martin und Martini für diesen Streifen.

Danny Boyle erzählt das Leben von »Steve Jobs« (12. November, CinemaxX, Cineplex Aichach, Kinodreieck) auf unkonventionelle Weise. Die Biografie des Genies (Michael Fassbender) wird nicht, wie üblich, von der Wiege bis ins Grab erzählt. Im Mittelpunkt stehen drei Produktpräsentationen. So bilden die Produkteinführungen von Macintosh (1984), NeXT (1988) und iPod (2001) die Bühne für Machtkämpfe, Streitigkeiten und private Turbulenzen im Leben des herrischen Visionärs Jobs. Fassbender verkörpert diese Rolle brillant und wirkt wie Jobs gottgleich auf das Publikum. Doch genau hier leistet der Film etwas Wichtiges: Jobs wird zwar gewürdigt, aber nicht wie der Messias emporgehoben, sondern gekonnt entmystifiziert.

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