Kabarett fastet nicht

5. März 2020 - 8:14 | Marion Buk-Kluger

Der März, ein kompletter Fastenmonat, motiviert sicher wieder so manche*n, auf kulinarische Genüsse zu verzichten. In puncto kabarettistisches Vergnügung hingegen sollte man diesen Monat keinesfalls ignorieren.

Gelegenheit, sich eben anderweitig zu erfreuen, indem man etwa die Lachmuskeln strapaziert, sofern die auftretenden Künstler*innen dazu animieren, gibt es genug. Für die Kresslesmühle könnte man sich beispielsweise ein Abo besorgen. Augsburgs einstiger unangefochtener Hotspot der Kleinkunst, der Kabarettisten wie Michael Mittermeier zum Austesten ihrer neuen Programme lockte, hat einiges zu bieten. Gegen Ende des Monats, am 28.3., kommt zum Beispiel Daniel Helfrich (Foto) mit seinem Programm »Trennkost ist kein Abschiedsessen« – wie passend. Und liefert sein Trennungslied sicher gleich mit, in dem er aufzeigt wie Mann sich trennt: ganz so wie im jeweiligen Beruf eben, wenn der Elektriker nämlich einfach die Beziehungsleitung kappt oder, etwas süffisanter, der Klempner sein Rohr dann doch lieber … ach, Sie ahnen es schon. Bereits am 13.3. ist Franziska Wanninger »Furchtlos glücklich« und nimmt die Helden ihrer/unserer Kindheit kritisch unter die Lupe. So Pippi Langstrumpf, die durchaus auch als verwahrlostes Mädchen, das in einem baufälligen Haus mit allzu viel Getier lebt, gesehen werden könnte. Aber keine Sorge, keine*r der Kindheits-Heroes wird vom Thron gestoßen, es gibt von ihr nur Anregungen, das Ganze aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Das sollte man als leidgeprüfter Steuerzahler übrigens auch tun. Wie das geht, zeigen die drei Kabarettistinnen Melanie Haupt, Judith Jakob und Fabienne Hollwege. Am 18.3. schlagen sie sich ihren Weg durch die unendlichen Weiten des Steuerdschungels. In »Frauen an der Steuer – Wenn Frauen auf dem Umsatz abdrehen« bringen die Damen das Theater mit der Steuer auf die Bühne. Vor allem, weil unter anderem genau dieses unser Steuersystem für die drei dafür verantwortlich ist, dass man jetzt auch hierzulande Arm und Reich immer besser unterscheiden kann. David Werkers Programm »Plötzlich seriös?!« am 21.3. klärt dann noch die Frage, wie lange wir alle noch mit unserer täuschend echten »Erwachsenentarnung« durchkommen werden. Nun, solange wir uns den kindlichen Humor bewahren und keineswegs anfangen, Fastenlachen zu betreiben, ist doch eh alles in Butter.

 

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