Ausstellungen & Kunstprojekte

Die Klasse Anselm Reyle

Marion Buk-Kluger
30. Juli 2022

Wenn Meisterschüler*innen und ihr Lehrer gemeinsam ausstellen.

»Mir ist es gar nicht wichtig, der Galerie war es wichtig, aber es ist auch schön, mal beides im Kontext zu sehen. Das sieht man ja sonst nie, ich habe meine Arbeiten an der Hochschule ja nicht dabei und es ist interessant zu sehen, wie die Arbeiten hier zusammenkommen.«

Anselm Reyle sowie Studierende und Absolvent*innen seiner Malereiklasse an der Hochschule für bildende Künste Hamburg werden derzeit (bis 18. September) in der Galerie Noah gemeinsam mit ihm präsentiert. Chris Drange, Christian Holze, Helen Hu, Nanhee Kim, Katsuhiko Matsubara, Matthew Muir, Juno Rothaug, Xiyao Wang und Albrecht Wilke, so die Namen der Meisterschüler*innen, die in die großen Fußstapfen ihres Professors Anselm Reyle treten wollen/sollen/werden. Das bleibt, wie immer in der Kunst, abzuwarten und ist von einigen Faktoren abhängig. Ihr Lehrer hat – das muss man annehmen bei Preisen von bis zu 80.900 Euro, die in der Ausstellung aufgerufen werden – monetär einen ordentlichen Status erreicht. Aber auch sonst hat es der Künstler aus Baden-Württemberg mit seinen Bildern, Objekten und Installationen lange schon international in die größten Museen geschafft, von den USA über Europa bis hin nach Ostasien.

Er selbst wirkt trotz seiner »Weltberühmtheit« in Kunstkreisen erfrischend unprätentiös und erklärt beinahe witzig die Entstehung seines Mixed-Media-auf-Jute-Werkes »Untitled (1)«, dem kostspieligsten, das in der Augsburger Galerie hängt: »Ich habe damals mit Farb- und später mit Material-Clashs begonnen, Jute stößt auf Folie, natürlich auf künstlich. Die Farben, die ich hier verwende, sind die schlimmsten von allen Farben, die es gibt. Flieder ist die schlimmste Farbe der Welt für mich. Und ich habe überlegt, was überhaupt nicht dazu passt – und das war Neongelb.« So begann sein Farbkanon, mit dem er schon lange arbeitet. »Irgendwann kehrt sich das um, und mittlerweile sind es durchaus meine Lieblingsfarben.«

Anselm Reyle, 1970 in Tübingen geboren, studierte Kunst an den Akademien in Stuttgart und Karlsruhe, zog bereits 1997 nach Berlin und kam in verhältnismäßig sehr jungen Jahren bei der größten Galerie der Welt unter, Gagosian in New York. Und auch die größten Museen scheinen sich um ihn zu reißen, etwa die Tate Modern in London, die Deichtorhallen in Hamburg oder das Aranya Art Center in China.

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