Kulturbeirat neu besetzt – so jung wie nie

6. Dezember 2017 - 10:48 | Susanne Thoma

Die Vertreter*innen der freien Kulturszene stehen fest.

Acht Frauen und sieben Männer wurden aus mehreren Kleingruppen heraus zur Wahl vorgeschlagen. Laut Wahlleiterin Elke Seidel von Kulturamt wurden daraufhin 107 Stimmzettel abgegeben. Auf ein Tandem, bestehend aus Susi Weber und Rana Youssef vom Grandhotel Cosmopolis, entfielen 57 Stimmen, auf Korbinian Grabmeier, der sich beim Theter Ensemble engagiert, 47 Stimmen, auf Rebecca Lindner vom Popoffice im Kulturpark West 43 Stimmen, auf den Poetry-Slamer Alexander Ratschinskij 42 Stimmen und auf Clara Diepold vom Verein Raumpflegekultur 40 Stimmen. Die Sprayerin und Rapperin Sophie Te und Peter Bommas vom Kulturpark West landeten auf den beiden Nachrückplätzen. Drei statt wie bisher zwei Jahre soll die Amtszeit der Kulturbeirät*innen nun dauern. Wenn es zu einem Ausfall in der ersten Reihe kommen sollte, ist also vorgebaut.

Was es mit dem Tandem Youssef und Weber auf sich hat, sorgte kurzzeitig für Verwirrung. Plötzlich wurde bekannt gegeben, dass man einen Sitz im Kulturbeirat auch auf zwei Personen verteilen kann. Man hat sich am Modell Hochschulen orientiert, das besagt, dass sich die Uni Augsburg und die Fachhochschule einen Sitz im Beirat teilen. Klar, das sollte für alle gelten. Überraschend war es dennoch und etwas unseriös kommt es daher, wenn mitten im Nominierungsprozess plötzlich neue Regeln auftauchen. Das Anliegen hinter dem Grandhotel-Tandem ist berechtigt, will man doch den Zugang zur politischen Sphäre möglichst für alle öffnen. Die aus Syrien stammende Rana Youssef wäre eventuell alleine nicht auf die Idee gekommen, für den städtischen Kulturbeirat zu kandidieren, ist sie doch der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig. Zusammen mit ihrer Tandempartnerin Susi Weber will sie nun versuchen, sich kulturpolitisch einzumischen. Wie das ganz praktisch in der Arbeit des Kulturbeirats ablaufen soll, wird sich zeigen müssen.

Der Abend im Oberen Fletz des Augsburger Rathauses hat wieder einmal verdeutlicht, dass diejeinigen, die es verstehen, ihre Anhängerschaft zu mobilisieren, auf die vorderen Plätze durchmarschieren. Der virtuelle Haustürwahlkampf in den Sozialen Medien hat gewirkt und den beherrschen die Jüngeren eindeutig besser. Aber auch die Frauen wollten sich diesmal nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und haben nachgezogen. Im Gegensatz zum Ergebnis vor zwei Jahren, als fünf Plätze an Männer vergeben wurden, sind nun drei Plätze weiblich besetzt. Zusammen genommen mit den anderen fünf gesetzten Beiratsmitgliedern André Bücker vom Theater Augsburg, Anna Miessl vom Stadtjugendring, Karl Borromäus Murr vom Staatlichen Textilmuseum TIM, Heribert Harter vom Runden Tisch der Religionen sowie dem Tandem Martin Kaufold und Carolin Jörg für die Hochschulen ist nun fast eine Geschlechterparität erreicht.

Weitere Positionen

22. Juli 2019 - 11:29 | Jürgen Kannler

Kulturreferent Thomas Weitzel – ein CSU-Mann. Ein Kommentar von Jürgen Kannler

22. Juli 2019 - 10:18 | Gast

Der UNESCO-Titel ist ein Bildungsauftrag, kein Marketinggag. Ein Gastbeitrag von Martin Kluger

6. Juli 2019 - 8:15 | Renate Baumiller-Guggenberger

Ganz klassisch – die a3kultur-Klassik-Kolumne im Juli

1. Juli 2019 - 12:57 | Renate Baumiller-Guggenberger

Premiere von Andrew Lloyd Webbers Rockoper »Jesus Christ Superstar« auf der Freilichtbühne am Roten Tor

1. Juli 2019 - 8:41 | Gast

Quergelacht: die a3kultur-Kabarett-Kolumne im Juli. Von Marion Buk-Kluger

28. Juni 2019 - 8:01 | Iacov Grinberg

Die neue Ausstellung »Immer Kopf« in der Galerie Süßkind zeigt Arbeiten von Mike Mayer.

26. Juni 2019 - 13:00 | Thomas Ferstl

Der Juli ist bald da, die Temperaturen steigen und die Kinoleinwände zieht es hinaus an die frische Luft. Projektor – die a3kultur-Filmkolumne

21. Juni 2019 - 10:23 | Bettina Kohlen

Ein Kaiser und ein Dichter spielen in diesem Sommer große Rollen im Augsburger Ausstellungsgeschehen.

21. Juni 2019 - 10:20 | Iacov Grinberg

Seit zwei Monaten tagt das »Philosophische Café« im Brechthaus. Das Thema der letzten Sitzung war »non-verbal«

Fotomontage: Susanne Thoma, Foto Haller: Fred Schöllhorn
19. Juni 2019 - 16:29 | Susanne Thoma

Pareaz e.V. hat zusammen mit dem Quartiersmanagement Oberhausen ein Projekt der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit mit dem Titel »Bring' den Haller auf den Platz!« gestartet.