Politik & Gesellschaft

Kurts Besuch

Gastautor

Eine Delegation des Augsburger Flüchtlingsrates übergab heute einen Offenen Brief für OB Kurt Gribl, in dem er zusammen mit 31 unterzeichnenden Organisationen die Stadtregierung und den Stadtrat auffordert, langjährig Geduldeten einen Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Stellvertretend für den OB nahm Richard Goerlich, sein persönlicher Referent und Pressesprecher der Stadt, den Brief entgegen. An Köln könnte man sich ein Beispiel nehmen. Dort hat der Hauptausschuss der Stadt an die Verwaltung die Aufforderung gerichtet, alle Initiativen zu fördern, die darauf hinwirken, dass langjährig geduldete Menschen ein sichere Aufenthaltsperspektive haben.

Die Verfasser*innen des Offenen Briefes klagen an, dass der deutsche Staat bedenkenlos Ausreisen erzwingt, ungeachtet der freundschaftlichen und familiären Verbindungen, die ein Mensch in den Jahren davor geknüpft hat. Pouya ist zwar ein besonderer, aber dennoch kein Einzelfall. Wie viele andere Geduldete wartete er jahrelang auf einen positiven Ausgang seines Antrages und bemühte sich in die Gesellschaft aufgenommen zu werden. Diese jüngsten Abschiebungen zeigen Geflüchteten und ihren Unterstützer*innen, dass die von allen Seiten geforderte Integration in die deutsche Gesellschaft wenig Nutzen hat. Das soll sich ändern. Die Liste der Unterzeichner*innen ist sehr beachtlich und zeigt, wie gut sich der Augsburger Flüchtlingsrat aufgestellt hat:

Pareaz e.V./ Initiative VOLLDABEI | Grandhotel Cosmopolis | Stadtjugendring Augsburg | Bürgeraktion Pfersee | Interkultureller Garten GrowUp e.V. | Tür an Tür - Integrationsprojekte gGmbH | Tür an Tür - miteinander leben und wohnen e.V. | Soni Unterreithmeier für Solwodi Augsburg | DGB Augsburg | Stadtschülervertretung Augsburg | Landesschülerrat Bayern | VVN-BDA Augsburg | Susanne Reng für Junges Theater Augsburg | Lothar Roser, Diözesanvorsitzender der KAB-Augsburg | Karman e.V. - Augsburger Kulturverein | Sensemble Theater Augsburg | Walter Sianos, Aufsichtsratsmitglied des FC Augsburg | Diakonisches Werk Augsburg | pax christi Diözesanverband Augsburg | Pfr. Franz Götz, Herz Jesu Kirche | Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Augsburg | Augsburger Friedensinitiative (AFI) | theter ensemble | Arabisch-Deutsche Initiative Habibi-Spatzl | Regionalverband Deutscher Sinti und Roma Augsburg | Susanne Kasch, evangelische Stadtdekanin | Patrick Wengenroth, Regisseur und Künstlerischer Leiter des Brechtfestivals 2017 | Helmut Haug, röm.-katholischer Stadtdekan | Dr. Andreas Magg, Diözesan-Caritasdirektor | Franz Fischer und Ellen Gratza, Kinodreieck und Kaffeehaus Thalia | Referat für Willkommenskultur, Studierendenvertretung der Universität Augsburg.

Zu fünften Mal innerhalb weniger Wochen ruft der Augsburger Flüchtlingsrat außerdem zu einer Demo gegen Abschiebungen auf. Termin ist der 11. Februar um 12 Uhr am Moritzplatz. Abschiebungen nach Afghanistan müssen sofort gestoppt werden und die internationalen Schutzverpflichtungen von Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen sind, erfüllt werden, so die Forderung. »Solange dies nicht der Fall ist, werden wir uns immer gegen Abschiebungen in Krieg und Perspektivlosigkeit stemmen, und alles uns mögliche dafür tun, dass sie nicht stattfinden«, heißt es in dem Aufruf.

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