Ausstellungen & Kunstprojekte

Labsal lab30

Martin Schmidt
14. Oktober 2014

Menschheitsgeschichtlich gilt Augsburg gemeinhin als evolutionäre Ballastmetropole – als Experiment, bei dem jeder allzu offen erkennen kann, wie dieses ausgegangen ist. Das 13. Augsburger Kunstlabor lab30 im Abraxas von 23. bis 25. Oktober wetzt diese Scharte wieder aus. Experimentelle Kunst zwischen glossy Highbrow Entertainment und verspielter Geek-Chuzpe. Den Leser der »Mischpult«-Kolumne interessiert hier natürlich zuvorderst der musikalische Anteil des Festivals. And here we go:

Der Donnerstag, 23. Oktober, startet mit dem Kanadier Nicolas Bernier (20 Uhr, Theater). Bei »frequencies « arrangiert er live am Laptop digitale Soundsequenzen mit synchronisiertem Licht, kleine Acrylhalterungen auf der Bühne erzeugen dabei ästhetische Lenkmomente. Gamut Inc. (21:15 Uhr, Theater, Foto) aus Berlin geben ein Konzert mit computergesteuerten, selbst entwickelten Musikmaschinen – und greifen dabei auf am PC manipulierte Magnetfelder und Raumakustik zurück. Um 21:45 Uhr (Nordflügel, Studiobühne) führt der Augsburger elektrojudas unterstützt von Videoarbeiten von Peter Buchsteiner (Videothek Π) den Moloch der Medien als Psychosen-Trigger vor. »Psychedelik– von Propaganda, Paranoia & Psychosen«– der Titel sagt alles. Das belgisch-italienische Duo Lumisokea (22:30 Uhr, Theater) taucht mit akustischen Instrumenten und elektronischer Hardware in einen Mix aus Dub, Ethno-Percussion, Techno, musique concrète und Klassik ein, unterstützt vom visuellen Lichtwart Yannick Jacquet (Legoman). Ab 23 Uhr im Nordfügel: Clubnacht mit Alien Barfly und DJ-Set von elektrojudas.

Den Freitag, 24. Oktober, läuten um 20:30 Uhr (Theater) nochmals Gamut Inc. ein. Auf der Studiobühne des Abraxas lässt dann Franziska Windisch (Brüssel) in einer »Lecture-Performance« Salz, Wasser und Kupfer aufeinandertreffen und macht deren elektrochemische Prozesse hörbar. Nach der erneuten Performance von Nicolas Bernier (21:30 Uhr, Theater) entern dann Małe Instrumenty aus Polen die Bühne (22:30 Uhr, Theater). Der Bandname heißt übersetzt »Kleine Instrumente« – und mit Instrumenten, Kinderspielzeug sowie Krims und Krams erschaffen sie ein poetisches Klanguniversum. Auf derselben Bühne folgt um 23:30 Uhr Lightune G aus Slowenien. Das lumino-akustische Duo baut Sound aus Licht, Solarzellen und Fotovoltaik. Um Mitternacht (auf Deutsch: 00:00 Uhr) eröffnen dann die Augsburger YET mit einem Live-Set aus Disco/House/Popsongs die weitere Nacht –mit Open End, versteht sich.

Den Samstag, 25. Oktober, eröffnet der zurzeit in Augsburg lebende Klangkünstler und Vocal Artist Martyn Schmidt (21 Uhr, Studiobühne). In »Singthe Body Electric – elektrohumaner Stromkreis« trifft die versteckte Klangwelt urbaner elektromagnetischer Felder auf improvisierte Vocals. Nach einem weiteren Gig von Małe Instrumenty (21:30 Uhr, Theater) lädt EaZy RXoN (aka Augsburgs Eric Zwang-Eriksson) mit »Nebel« zu einer audiovisuellen Solo-Performance ein (22 Uhr, Studiobühne). Schwarz-Weiß-Lomobilder einsamer Straßen bei Nacht und Nebel unterlegt der Musiker und Fotograf mit morbid-kargen, improvisierten und modulierten Klangflächen eines E-Basses. Gondwana aus Italien (22:30 Uhr, Theater) kombiniert Elemente aus nicht westlichen Stimmungssystemen und unterlegt sie mit viel Bass, Field Recordings und akustischem Schlagzeug. Ab Mitternacht heißt es im Nordflügel wieder Clubnacht – wo die Klänge dann ertanzt werden.

www.lab30.de

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