Ausstellungen & Kunstprojekte

Lechfeldschlacht als Trilogie

Gast
14. Februar 2016

Mit der Fertigstellung des »Regionalen Informations- und Präsentationspavillons« zur Schlacht auf dem Lechfeld 955 kann nun die Öffentlichkeit dieses historisch bedeutende Ereignis besichtigen. In drei Dioramen hat Martin Sauter diese Schlacht, die für die deutsche Geschichte erheblich war, als Trilogie anschaulich dargestellt. Die Belagerung Augsburgs am 8./9. August 955, der Überfall auf den Tross Ottos I. am 10. August 955 frühmorgens und die Zerschlagung und Vertreibung des ungarischen Heers am 10. August 955 sind mit insgesamt ca. 13.300 Zinnfiguren nachgestellt.

Im Jahr 2009 hat der pensionierte Kriminalhauptkommissar begonnen, die drei entscheidenden Kriegsschauplätze mit den flachen, 30 mm großen Zinnfiguren darzustellen. Diorama 1 misst 15 qm und zeigt die Situation in der östlich der Stadt Augsburg gelegenen Tiefebene, den Hauptangriff auf das Osttor. Nachdem die Magyaren im Frühjahr 955, wie bereits davor 60 Jahre lang immer wieder, in das heutige Bayern eingefallen waren, um zu plündern, gelangten sie schließlich nach Schwaben, steckten die Kirche St. Afra in Brand und belagerten die damals höchstens 3.000 Einwohner zählende Stadt Augsburg. Die zweite Szenerie bildet auf 7 qm ab, wie die Ungarn den inzwischen nahenden König Otto I. mit seinem Heer im Schmuttertal, Höhe Ottmarshausen-Hainhofen (westlich von Augsburg) angreifen. Vermutlich durch Verrat hatten die Ungarn erfahren, dass die etwa 8.000 Ottonen nahten, und bliesen zum Angriff. Schließlich zeigt das mit 28 qm größte Diorama den ruhmreichen Sieg König Ottos I.

In insgesamt 130 Arbeitsstunden schuf Martin Sauter handwerklich perfekt ausgearbeiteten Geschichtsunterricht. Die Stadt Königsbrunn hat die im Eigentum des Wittelsbacher Land e.V. befindlichen Dioramen mit hochwertiger Licht- und Tontechnik ausgestattet, um die Präsentation noch anschaulicher zu gestalten. Der Umzug der vormals im Rathausfoyer der Stadt Königsbrunn ausgestellten und im ehemaligen Ulrichsaal der katholischen Kirche sowie einem Lagerraum des Lechfeldmuseums gelagerten Dioramen in das neue Gebäude stellte alle Beteiligten nochmals vor eine logistische Herausforderung, die bestens bewältigt wurde. Die in insgesamt 64 Module zerlegten Dioramen wurden einzeln transportiert und vor Ort wieder zusammengebaut.

Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir nun zu unseren bereits vier Museen und zwei Bodendenkmälern eine weitere Geschichtsepoche für Schüler, Touristen und Kulturinteressierte in Königsbrunn anbieten können.

Informationen und Termine für Führungen sind im Kulturbüro der Stadt Königsbrunn, Tel.: 08231– 606-260, E-Mail: kulturbuero@koenigsbrunn.de, erhältlich.

Ursula Off-Melcher, M.A. ist seit Juli 2012 Leiterin des Kultur- und Bildungsmanagements in Königsbrunn.


In unserer Printausgabe #02/2016 präsentieren wir die wichtigsten Kulturbaustellen der Region. Insgesamt 16 Kulturmacher haben hierzu Gastbeiträge beigesteuert.

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