Literatur

Limesland: Eine Erzählung aus dem Leben

Sebastian Stieber
17. März 2016

Rumänien in den 90er-Jahren: Der Handlanger eines Medienmoguls, der schon seit Jahren als vermisst galt, wird tot aufgefunden. Doch die Auflösung des Falls scheint nicht ins Rollen zu kommen. Der Mann ist verstrickt in ein dichtes Netz aus Korruption und Lügen, dessen Maschen so eng sind, wie die Stirn der beteiligten Behörden und Ermittler, die den Fall vor der Presse zu verschweigen suchen. Eine junge Journalistin jedoch weiß um den Mord und versucht, gegen alle Widrigkeiten, Licht in das Dunkel der Affäre zu bringen.

Als Wanderin zwischen zwei Welten, zwischen Deutschland und Rumänien, zeichnet die 1964 in Bukarest geborene Orleanu das Bild eines Landes im Stillstand, gefangen zwischen den geistigen Überresten eines totalitären Regimes und den Anforderungen der Moderne. Frustration, Selbstlügen, Verdrängung und ein gewisser Zynismus prägen das Verhalten der Charaktere und sind Resultate des verrotteten Systems, welches sich nicht so einfach aus den Köpfen der Menschen und den Mühlen des Staatsapparates tilgen lässt.

»Realliteratur« nennt die in Augsburg lebende Publizistin ihr Werk und sieht bewusst von der Deklarierung als Roman ab, welche Fiktion impliziere und nicht das wahre Leben, aus dem sie den Stoff für ihre Erzählung bezieht. Dies schlägt sich auch in ihrer Sprache nieder, die ebenso verwoben und verworren ist wie die Handlung, die Beziehung der Charaktere – und eben die Realität selbst. Mit ihren Texten, auch den regelmäßigen Kommentaren zum deutschen und rumänischen Kulturleben, wirbt die Publizistin um Verständnis und Verständigung zwischen Europas Osten und Westen und die Idee dieses Völkerbundes.

Erschienen ist »Limesland: Eine Erzählung aus dem Leben« im Tredition Verlag und ist dort und auf einschlägigen Onlinehandelsplattformen erhältlich.

www.ioanaorleanu.blogspot.de
www.tredition.de

Foto: Coverausschnitt

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