Modular zieht 2019 ins Gaswerk

27. Mai 2018 - 9:40 | Jürgen Kannler

Ein Kommentar von Jürgen Kannler

Mittlerweile hat auch Helmut Jesske mit dem fürs kommende Jahr geplanten Umzug des Modular-Festivals vom Kongress am Park auf das ehemalige Gaswerkgelände seinen Frieden gemacht. Behör­den­vertreter*innen führten unkalkulierbare Stresssituationen für die Vogelwelt der Parklandschaft ins Feld, hervorgerufen durch mehrtägige Beschallung mit Jetztmusik, um die Jugend an den Stadtrand abzuschieben. Seltsame Vögel aus der gutbürgerlichen Nachbarschaft des Parks leisteten den Naturschutzbürokrat*innen Schützenhilfe. Die Politik sah sich außerstande, Partei für die Zukunft zu ergreifen, und spekulierte dabei schon längst mit der dringend benötigten Vitalisierung des Gaswerkareals durch die Jugend.

Als Geschäftsführer des Stadtjugendrings trägt Jesske Verantwortung für das wichtigste Jugendkulturfestival der Region. Fehlende Planungssicherheit und mangelnde Rückendeckung haben ihn in den letzten Jahren mürbe gemacht. Heute betont er die Möglichkeiten, die mit dem Umzug erwachsen. Seine Begeisterung über die Zusammenarbeit mit den neuen Nachbarn vom Staatstheater beim Gaswerk scheint echt. André Bücker hat die Jugendarbeit ins Boot geholt.

Das ehemalige Gaswerkareal hat in der Vergangenheit seine Festivaltauglichkeit mehr als einmal bewiesen. Das Modular ist ein Ereignis, das von mehr als 400 Freiwilligen getragen wird und mit einem überzeugenden Kulturprogramm, vor allem aber auch einem Nachhaltigkeitskonzept mit Vorbildcharakter besticht. Seinen Etat von rund 900.000 Euro bestreitet es bis auf den städtischen Zuschuss von 75.000 Euro aus eigener Kraft. Seine Zielgruppe sind vorwiegend Gym­nasiast*innen und Student*innen. Die Tickets zu Preisen zwischen 30 und 40 Euro sind mehr als fair und die verfügbaren Kontingente für 10.000 Besucher*innen rasch verkauft. Der Stadtjugendring macht mit dem Modular vieles richtig. Die Politik hingegen verbannt die Jugendkultur aus der City, nur um Platz für allerhand austauschbaren Eventfirlefanz zu schaffen.

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