Mozart und Mozart

27. März 2015 - 15:14 | Jürgen Kannler

Die Festivalleiter Knauer und Weitzel rücken zusammen. Anfang März lud der Förderverein Amadeus e.V. zur Programmvorstellung von mozart@augsburg auf Gut Bannacker.
 

Ein Heimspiel also für Festivalleiter Sebastian Knauer. Weit über 100 geladene Gäste wollten sich die Präsentation des charmanten Pianisten nicht entgehen lassen und fieberten wohl auch ein wenig der kleinen Talkrunde entgegen, die den Abend einleiten sollte. Angekündigt war ein Gespräch zwischen dem Festivalleiter des Deutschen Mozartfestes (7. bis 15. Mai) Thomas Weitzel und seinem Kollegen Knauer. Wegen atmosphärischer Störungen in der Vergangenheit versprach dieser Programmpunkt, moderiert von BR-Frau Anja Marks-Schilffarth, eine gewisse pikante Note.
 
Doch noch bevor der Abend in gediegenem Ambiente so richtig in Fahrt kam, ergriff die Hausherrin Christa Boecker das Wort und informierte diejenigen im Publikum, die es noch nicht wussten, davon, dass sich ihr Sohn Johannes zum Herbst von seiner Position als Geschäftsführer des Festivals zurückziehen werde. Drei arbeitsreiche Jahre Ehrenamt sind für den Finanzfachmann mit internationaler Erfahrung vorerst genug. Fortan will er sich wieder mehr um seine berufliche Karriere kümmern. Um diese voranzutreiben, weilte er geschäftehalber im Ausland und konnte an diesem Abend nicht persönlich anwesend sein. Man wird sehen, wie mozart@augsburg diesen personellen Rückschlag wegstecken wird.
 
Doch zurück zur Talkrunde. Wer an diesem Abend einen wüsten Schlagabtausch erwartet oder gar darauf gehofft hatte, der hätte sich den Weg nach Bannacker sparen können. Wer trifft sich schon bei Freunden, um dort öffentlich schmutzige Wäsche zu waschen? Vielmehr war das Gespräch ein symbolisches Zusammenrücken der beiden Festivalmacher, die so manches lokale Medium nur zu gerne in gegnerischen Lagern sehen würde. Fehler der Vergangenheit wurden benannt, danach kam der Schwamm drüber und zum Schluss wurden sogar erste zarte Zukunftspläne geschmiedet. Im Zentrum stand dabei die Option gemeinsamer Marketingauftritte unter der Schirmherrschaft  des demnächst beim Kulturamt installierten Mozartbüros. An diese Stelle wird Weitzel auch seine Kompetenzen als Festivalleiter delegieren. Als Kulturreferent der Stadt Augsburg, seit bald einem Jahr ist er in diesem Amt, findet der vormalige Kulturamtsleiter natürlich keine Zeit mehr, das Deutsche Mozartfest zu organisieren.
 
Den zweiten Teil des Abends bestritt Sebastian Knauer sozusagen solo. Unterstützt von multimedialer Technik erläuterte er dem fachkundigen Publikum sein Programm für den Sommer. Die absoluten Höhepunkte bilden dabei die Eröffnungsgala (28.8.) mit der Camerata Salzburg unter Alexander Shelley mit der Sopranistin Mojca Erdmann, ebenso aus Hamburg stammend wie Sebastian Knauer, der an diesem Abend persönlich am Klavier sitzen wird, und das Symphonische Abschlusskonzert (18.9.) mit den Bamberger Symphonikern. Nach rund 30 Jahren hat es Knauer geschafft, dieses Spitzenorchester wieder einmal nach Augsburg zu holen. Auch an diesem Abend ist der Meister selbst am Klavier zu hören, die Leitung hat der junge David Danzmayr.
 
Das komplette Programm finden Sie auf www.mozartaugsburg.com

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