Klassik

Musikalisches »Payback«

Renate Baumille...
10. Februar 2020

Bis heute streiten sich die Geister und die seriöse Forschung über die Herkunft von und den Umgang mit Talent. Ist man damit »gesegnet«? Wird einem etwa die musische Gabe in die Wiege gelegt? Oder wird Talent schlichtweg überschätzt? Ganz unabhängig vom Umfang ihrer musikalischen Begabung zahlen sich bei jungen Musizierenden im Reifeprozess insbesondere die Schlüsselkompetenzen aus, die auch anderswo gefragt und erfolgversprechend sind: Neben der Begeisterung für das jeweilige Instrument sind es Eigenverantwortung und Selbstorganisation, (Übe-)Disziplin, Willensstärke und Durchhaltevermögen. Hat man zudem das Glück, in einem musikinteressierten Umfeld aufzuwachsen, wird das klangliche Vorstellungsvermögen geschult und generell die Neugier auf die weite Welt der wunderbaren Werke geweckt.

Ab einem gewissen Niveau stellen sich Musikschüler*innen gern in regionalen, später auch internationalen Wettbewerben dem Urteil der Fachjury sowie der Konkurrenz und freuen sich auf dem hürdenreichen Weg in eine zukünftige professionelle Laufbahn bestenfalls über eine wegweisende Förderung. Die bedeutet etwa in Form eines einmaligen oder monatlichen Stipendiums oder der Finanzierung kostspieliger Instrumente eine wertvolle Unterstützung. Das Erlernen eines Instruments ist meist mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden, den nicht jede Familie selbstverständlich tragen kann. Wie gut, dass es hierzulande neben der soliden Infrastruktur im Ausbildungsangebot etwa durch Musikschulen und -vereine oder Chorverbände auch diverse Unternehmens- oder Privatstiftungen gibt, die begabten Musiker*innen beherzt unter die Arme greifen. Mit dieser finanziellen Förderung ermöglichen sie den Zugang zu einer an ihrer Persönlichkeit orientierten Begleitung etwa durch den professionellen, fachkompetenten Musikunterricht bei Kapazitäten oder die Teilnahme an Meisterkursen und weiteren Wettbewerben, was wiederum die Voraussetzung für die künstlerische Potenzialentfaltung ist.

In Augsburg widmet sich unter anderem die Christa-und-Werner-Strohmayr-Stiftung seit über zehn Jahren der Förderung hochbegabter Musiker*innen und stellte zum Beispiel Instrumenten-Dauerleihgaben für die Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg sowie bereits über 125.000 Euro in Form von monatlichen Stipendien an die Stars von morgen zur Verfügung. Davon profitierte auch die ARD-Preisträgerin und Konzertmeisterin Sarah Christian (Foto). Am 16. Februar um 17 Uhr präsentiert sie sich gemeinsam mit ihren vielfach preisgekrönten Stiftungs-»Kolleg*innen« Nathalie Schmalhofer, Franziska Strohmayr, Teresa Schwamm (Viola) und dem Percussiontrio Schlag3 um Florian Reß in einem exquisiten Galakonzert im Kleinen Goldenen Saal. Auch ein Wiedersehen mit Augsburgs ehemaligem GMD Prof. Bruno Weil wird es geben. Er wird das ansprechende Programm gewohnt kenntnisreich und mit Humor moderieren. Mit der »Schimmelreiter-Toccata« und den »Metamorphosen für zwei Violinen« sind auch zwei Werke des in Augsburg groß gewordenen Komponisten Wilfried Hiller zu hören, der Stiftungen wie die von Christa und Werner Strohmayr zu Recht als Überlebensnotwendigkeit definiert. Die Tickets für dieses tolle Beispiel eines musikalischen »Payback« und brillanten Dankeschöns gibt es über den AZ-Ticketservice sowie an der Abendkasse.

www.strohmayr-stiftung.de

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