Nachruf

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24. Januar 2019 - 19:23 | Bettina Kohlen

Max Kaminski, einer der wichtigen Künstler unserer Zeit, ist am Montag im Alter von 80 Jahren gestorben.

Im vergangenen Sommer wurde der Maler Max Kaminski zu seinem 80. Geburtstag mit zwei Ausstellungen in Augsburg geehrt, einer kleinen in der Ecke Galerie und einer umfangreichen Retrospektive im H2, die das ganze Können dieses großen Künstlers darlegte.

Der aus Ostpreussen stammende Max Kaminski lebte seit 2003 in Augsburg. Der Meisterschüler von Hann Trier wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, 1977 nahm er an der Documenta teil.

Max Kaminski konzentrierte sich in seiner Kunst expressiv und theatralisch vor allem auf das Vergängliche. Er arbeitete gegenständlich, doch diskutierte er in seiner Arbeit abstrakt poetische Aspekte. Die Farbe wurde zum wesentlichen Faktor seines Ausdruckspektrums. Und immer war Kaminskis Kunst untrennbar mit seinem Empfinden verbunden.

Sein Werk erweist sich als figurativ, doch nicht in der Realität verankert, wesenhaft, mythologisch, farbstark, expressiv, ängstigend, überbordend, barock, bühnenbildhaft. Da gibt es düstere, farblich eng gefasste Arbeiten, die den Betrachter unbehaglich berührt zurücklassen, doch ebenso hat Kaminski hell strahlende barocke Szenerien geschaffen. Im Lauf der Jahre wurde sein Schaffen zunehmend expressiver, ganz anders als frühe Arbeiten, die kühl-realistisch eine Welt ohne Lebewesen zeigen.

Eine besondere Reverenz erwies Sebastian Lübeck, Schüler Kaminskis und Verwalter des künstlerischen Nachlasses, seinem Lehrer: In einer Halle im Martinipark, in der heute das Theater Augsburg spielt, zauberte er im Oktober 2015 eine wunderbare Ausstellung, die die Schönheit und dramatische Tragik in Kaminskis Werk mit Hilfe dieses vergänglichen Raumes offen legte.

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