Neues aus der Bergstraße

monika huber camouflage_galerie claudia weil 2017_foto bettina kohlen
20. Oktober 2017 - 10:27 | Bettina Kohlen

Galeriezuwachs in Göggingen: Nach Christof Rehms »Fotodiskurs« hat sich jetzt die »Galerie II« von Claudia Weil dort angesiedelt.

Die Bergstraße in Göggingen ist schmal, unspektakulär und eher als Durchgangsstraße bekannt. Es gibt einige schöne Bauten aus der Zeit um 1910 wie den Berghof mit seinem Biergarten, es gibt einen schrägen Gemischtwarenladen, doch es gibt auch Kunst. Seit geraumer Zeit schon residiert Christof Rehm dort mit seiner Galerie »Fotodiskurs« in einem zauberhaften Pavillon. Nun gibt es einen weiteren Anziehungspunkt, denn gegenüber hat in einem kleinem Laden mit schönem Schaufenster die Friedberger Galeristin Claudia Weil, ihre »Galerie II« eröffnet.

Während Weil in Rinnenthal den Schwerpunkt auf Arbeiten der geometrischen Abstraktion setzt, wird die Dependance Raum für experimentelle Kunstformen bieten. Zum Start inszeniert die Münchnerin Monika Huber ihre Videoinstallation »Camouflage«, in der sich nach und nach die Silhouette des »Wanderers über dem Nebelmeer« auflöst, sie verschwindet hinter fraktalen Mustern und Formen, die, unterlegt mit Vogelgeschrei, zu etwas neuem zusammenwachsen. Dann beginnt der Prozess von vorn. Die reizvolle Projektion kann bis 12. November jeden Abend von 17 bis 21 Uhr von außen betrachtet werden, die Galerie ist mittwochs von 18 bis 20 Uhr geöffnet.

Am selben Abend eröffnete im »Fotodiskurs« eine Schau, in der er ein Leporello der wunderbaren koreanischen Fotokünstlerin Jungjin Lee mit einer Zeichnung von Konrad Oberländer konstrastiert. »Unnamed Road« vereint beeindruckende Bilder, die in Israel entstanden sind. Die menschenleeren Landschaften und Siedlungen, öde und poetisch zugleich, gedruckt auf weiches körniges Papier, erinnern mit ihren subtilen Halbtönen beinahe an Radierungen. Unbedingt bis 29. Oktober ansehen! Gelungen! Wir freuen uns auf mehr Kunst und Synergie....

www.galerie-claudiaweil.de

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