O Happy Day!

Gospelkonzert Young Stage e.V.
10. Januar 2020 - 14:00 | Renate Baumiller-Guggenberger

In seinem traditionellen Dreikönigskonzert präsentierte sich der Ausbildungsverein Young Stage e.V. unter der Leitung von Sängerin Elisabeth Haumann erneut in der ausverkauften Ev. St. Ulrichskirche mit seinem mitreißenden Gospelkonzert »Joy to the World«.

Dem finalen »O Happy Day«–Jubelchor stimmten die zahlreichen und schwer beeindruckten Zuhörer innerlich von ganzem Herzen mit ein! Sie hatten zwei musikalische Stunden genießen dürfen, die wirklich »happy« gemacht hatten und der Gospelkunst in zeitgemäßen Gewand gefrönt hatten. Deutlich hatte man gespürt, mit wie viel Begeisterung, Talent, Hingabe und Freude die jungen Sängerinnen vom Chorenensemble sowie die zehn putzmunteren »Young Stage Kids« und die »Young Stage Teens« bei diesem in der Tat komplexen Programm dabei waren.

In diesem Jahr bereits zum siebten Mal hatte »Young Stage e.V.«, in dem die Schülerinnen eine umfängliche musische Ausbildung sowie falls gewünscht die professionelle Begleitung auf dem Weg in die Berufskarriere erfahren, am frühen Abend des Dreikönigstages zu einem offenkundig intensiv geprobten und rundum professionell auf die Beine gestellten Gospelkonzert geladen. Traditionell ist es mit »Joy to the World« überschrieben. Diesem Motto machten die motivierten und nicht minder auf die jeweiligen Auftritte konzentierten Chor- und Solo-Sängerinnen einmal mehr alle Ehre. Sie demonstrierten in rund 25 Gospelchor- und Soul-Nummern teils mit verblüffender Virtuosität, chorischem Elan und homogenem Klangsinn für welche Emotionen die »coolen« Spirituals und die teils sehr aufgeheizten Gospelsongs stehen: Die Vereinigung von sprühender musikalischer Energie mit der Leidenschaft am vokalen Ausdruck, um die individuell gefärbten Glaubensbekenntnise und das Vertrauen auf Gott und seine schützende Hand in jubelnde Höhen zu katapultieren.

In den teils lyrischen Texten, den effektvollen Rhythmen und verführerischen Melodien ließen die Chorsängerinnen ihren Gott lebendig werden, erfüllte die Sehnsucht den Kirchenraum, entfalteten sich musikalisch überzeugend Glaube, Liebe und Hoffnung auf eine friedlichere und bessere Welt. So wie sie auch im Welthit »We are the World«, den die Young Stage Teens kraftvoll intonierten, deutlich wurde. Den für die Gospelarrangements nötigen Drive und Swing steuerte die Augsburger Band ABYSS um Keyboarder und Leader Markus Guth bei – in der Stadt nicht zuletzt durch das Mitwirken in der Rockoper »Jesus Christ Superstar« auf der Freilichtbühne bekannt geworden. Mit welcher Qualität das Dozententeam von Young Stage e.V. um die Sängerin Elisabeth Haumann die ihm anvertrauten jungen sängerischen Begabungen fördert und ans Licht bringt, machten die diversen solistischen Beiträge etwa von Bianca Steinbusch (großartig ihre Version des Hits »You say« von Lauren Daigle«!), von Angelina Schneider mit »Goin’up younder« mit Ensemble, von Linda Seefried (»A little more Jesus«), von Lucia und Charlotte Reng, von Julia Roth oder auch Christine Adleff (u.a. in »Heal«) deutlich. Hier war in der Tat sängerisches Nachwuchs- und Zukunftspotential zu entdecken!

Dennoch wurde an diesem Abend klar, wie stark im Gospelkonzert das Gemeinschaftserleben und das bewusste Aufeinanderhören und das feinsinnge Miteinander im sängerisch Agieren im Vordergrund standen. Und auch das Auge kam bei all dem Ohrenschmaus nicht zu kurz! Denn eine ebenso lieb gewordene Tradition sind die bewegenden Kurz-Choreografien, mit denen Tänzer und Ballettschul-Leiter Daniel Zaboj und sein Schülerensemble der aktuellen Ausbildungsklasse (Tanz-und Ballettakademie Daniel Zaboj) die sinnliche Atmospäre der Gospelarrangements körpersprachlich verdichteten und spiegelten. Bleibt zu hoffen, dass die Bitte auf eine großzügige Spende vom euphorisch Beifall klatschenden Publikum erhört wurde und somit auch in 2021 die Gospel-Hymnen von und mit den Young Stage-Akteuren voluminös und virtuos den Kirchenraum erfüllen!

Thema:

Weitere Positionen

11. August 2020 - 7:16 | Martin Schmidt

Gino Chiellino sagt: Integration ist etwas, das grundsätzlich von den Einwanderer*innen verlangt wird, ohne ihnen sagen zu wollen, worin sie besteht.

10. August 2020 - 7:27 | Sarvara Urunova

Die Musikexpertin Sarvara Urunova ist seit vielen Jahren Teil der a3kultur-Redaktion. Ihre Fachgebiete sind Klassik und Jazz. In ihrer Reportage über die russischsprachige Community in Augsburg untersucht sie die Rolle der Sprache für die Menschen.

9. August 2020 - 7:50 | Martin Schmidt

Musik ist das Kraftfeld der Community: Die Sweet Band ist Pionier in Sachen Tigrinya-Pop und Guayla-Dance in Augsburg. Über Hotspots, Vernetzung und temsaẗ eritreischer Musik- und Clubkultur. Von Feven Selemon und Martin Schmidt

7. August 2020 - 7:04 | a3redaktion

Ercin Özlü ist Journalist. Die Muttersprache seiner Eltern ist Türkisch, seine ist Deutsch. Alfred Schmidt und Jürgen Kannler sprachen mit ihm über sozialen Aufstieg, kulturelle Wurzeln und die Bedeutung von Herkunft für die Wahrnehmung journalistischer Arbeit.

6. August 2020 - 12:41 | Renate Baumiller-Guggenberger

Ein reizvolles Konzertprogramm vereinte im Viermetzhof im Maximilianmuseum unter dem Motto „Alles fließt – Panta rhei“ unterschiedliche musikalische Epochen. Gemeinsam mit ihren drei musikalischen Mitstreitern Martin Franke (Violine), Sebastian Hausl (Vibraphon & Percussion) sowie dem Cellisten Edward King demonstrierte die vielseitige Flötistin und Sängerin Iris Lichtinger, wie kreativ Barock, Pop, Jazz und Postmoderne in raffinierten Arrangements zum sanft-swingenden Gesamterlebnis ineinanderfließen können.

5. August 2020 - 7:47 | Juliana Hazoth

Über »Gendertische« in Buchhandlungen. Von Juliana Hazoth.

3. August 2020 - 7:00 | a3redaktion

Der Entscheidung der a3kultur-Redaktion, sich einem Diversity-Prozess zu öffnen, ging ein intensiver Diskurs nach dem »Wie« voraus. Unsere aktuelle Sonderveröffentlichung ist eine Zwischenbilanz dieses Prozesses. Von Jürgen Kannler

2. August 2020 - 15:16 | Martin Schmidt

Die Augsburger Politik ist nicht in der Lage, die Baukosten für den Umbau des alten Stadttheaters und den Neubau des Staatstheaters in seriöses Fahrwasser zu bringen. Die Neuabstimmung über das veraltete Konzept entschied die Schwarz-Grüne Rathausmehrheit für sich. Fest entschlossen, das Projekt voran zu treiben, wohin auch immer. Ein Kommentar von Jürgen Kannler

27. Juli 2020 - 19:21 | Martin Schmidt

Der Stadtrat als Vollzugsorgan der Stadtregierung. Ein Gastbeitrag und Kommentar von Peter Bommas

Behälterturm am Gaswerk, Foto: Martina Vodermeyer
26. Juli 2020 - 9:21 | Susanne Thoma

Aus Privaträumen wird eine Forschungsstätte. Die Initiative Gasius Worx entwickelt in einem Experimentierraum gemeinwohlorientierte künstlerische und mediale Projekte.