Polaris, Neujaris, Modularis

8. Dezember 2014 - 8:35 | Martin Schmidt

Zwei Popgiganten am selben Tag und als Adventskalendertürchen the return of Modularfestival. Verstärker, die a3kultur-Livemusik-Kolumne

Das fehlende »h« in der Überschrift finden Sie mehrfach im unten stehenden Text. Popherz, du musst dich entscheiden: am selben Abend treten zwei junge alte Männer des fuggerstädtischen Pops auf: Der Herr Polaris im Planetarium und Oliver Gottwald (of Anajo-Fame) im City Club.

So war das: Vor ein paar Monaten kam der Kolumnist gerade vom Krankenkassen-Qigong-Kurs, da hielt ein Auto neben ihm an. Der Fahrer: Oliver Gottwald. Da lässt man sich gern aufsammeln und mitnehmen. Im Auto lag bereits eine gebrannte CD mit Demos für das erste Solo-Album von Oliver Gottwald. Streng geheim! Am Donnerstag, 11. Dezember, ab 21 Uhr stellt Gottwald sein Album live vor.

Songs aus Sternenstaub

Ebenfalls am Donnerstag, 11. Dezember, 20 Uhr, tritt der Augsburger Singer-Songwriter Bruno Tenschert alias »Der Herr Polaris« auf – an einem spannenden Ort, der sich immer mehr zu einer tollen Gig-Location generiert: im Planetarium. »Live & mit Sternen« ist demgemäß der Auftritt von Polarstern Tenschert übertitelt. In seinem ganz eigenen Song-Sternenbild wird er von Kometen assistiert, die da heißen Benni Benson, Maximilian Nieberle und Jakob Mader – alle drei keine ganz Unbekannten. »Drehen und Wenden« hieß das letzte Album; davon und einige neue Songs gibt es zu hören. Denn das zweite Album steht schon in den Startlöchern. Der Kolumnist träumt davon, wieder einen Qigong-Kurs zu machen und danach von Bruno Polaris am Straßenrand aufgepickt zu werden, um dann auf dem Armaturenbrett seines Rolls Royce die streng geheime Demo-CD liegen zu sehen. So stellt der Kolumnist sich das vor. Eine Reservierung für das Konzert im Planetarium wird übrigens empfohlen.

Next Gen. 2015

Wie der Leser ahnt, hat sich der Kolumnist mit der Überschrift etwas Besonderes ausgedacht. Polaris, Neujaris, Modularis – onkeliger Wortspielhumor, der trotzdem zielgenau wie eine Patrone durch den Hinterkopf ins Hirn trifft und dabei fraglos schmucken und gleichzeitig treppenartigen Sinn entfaltet. Erst kommt nämlich Der Herr Polaris, dann Neujahr und dann, wieder endlich, nach einem Jahr Pause: das Modularfestival. Vom 4. bis 6. Juni 2015 wird im Kongress am Park und im Wittelsbacher Park die Jugend- und Popkultur ihren vollnussigen Geschmack entfalten. Von einer »starken Marke« spricht Projektleiter Stefan Sieber. Der federführende Stadtjugendring (SJR) gründet eigens ein »Modular Büro«. Ein besonderes Ziel: die noch stärkere Einbindung der »nächsten Generation«.  Leiter des Büros wird Christoph Elwert sein, der bereits 2011 kräftig mitmischte.

Die SJR-Vorsitzende Heidi Hofstetter erklärt das neue Konzept so: »Wir wollen das Modular als Workshop konzipieren, in dessen Rahmen viele Beteiligte die Chance haben, an einem großen Projekt mitzuarbeiten und gemeinsam ein Ziel zu erreichen: ein großartiges Jugend- und Popkulturfestival für Augsburg. Ein Festival von der Jugend für die Jugend.« Außerdem wird die neue Popkulturbeauftragte der Stadt Augsburg Barbara Friedrichs eng in die Festivalorganisation eingebunden. Sie war bereits in den vergangenen Jahren als Kuratorin des Popkulturpreises »Roy« tätig.

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