Potpourri der Poesie

28. Februar 2018 - 12:57 | Tanja Selder

Gestern Abend trafen sich die Fans des gesprochenen und geschriebenen Wortes im Parktheater, um den besten Slam-Poeten des diesjährigen Brechtfestivals zu küren.

Mit Texten zum Festivalmotto »Egoismus vs. Solidarität« gestaltete die Créme de la Créme der deutschen Slam-Szene den »brechtigen« Showabend. Die Bühnenpoeten Quichotte, Temye Tesfu, Tanasgol Sabbagh und Philipp Herold kreierten in sprachlicher Vielfalt die Neuauflage des antiken Mythos über die Errungenschaft von Feuer oder Balladen auf das Leben und die Etymologie der »Aische« bis hin zur zeitgenössischen Nutzung des world wide webs.

Das Format »Best-Of« sorgte den gesamten Showabend über für ein hohes Niveau der Texte und hielt für jeden Geschmack die passende Performance bereit. Von gestikuntermalter Rentneranekdote, Doubletime anmutendem Rap oder onomatopoetischem Sing-Sang – das Publikum im Augsburger Kurhaus fieberte nicht nur mit den Zeilen der Poeten, sondern auch mit den pointiert aufgelockerten Unterhaltungspausen des Live-Moderators David Friedrich mit. Charmant schäkerte er bei der Wahl um eine geeignete Jury oder mit eigener Bühnendichtung um die Gunst des Publikums vor ausverkauftem Haus.

Der zweite Teil des Poetry Slams wurde mit den jazzigen Tönen einer Live-Band eingeleitet. Die Bühnenpoesie der beiden Finalisten Philipp Herold und Quichotte wurde dabei mit musikalischer Live-Improvisation von E-Piano, Schlagzeug, Gitarre und Bass zu einem Potpourri aus Poesie und Melodie arrangiert. Als Sieger ging der Heidelberger Philipp Herold nach Hause und nach persischen Abschiedsworten des Moderators wurde auch das Publikum zufrieden vom facettenreichen Klangabend entlassen.

www.brechtfestival.de

Foto: Christian Menkel

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