Puppenspiel und seine Förderer

12. Dezember 2017 - 11:30 | Iacov Grinberg

Die diesjährige Weihnachtsausstellung in der Hauptstelle der Stadtsparkasse Augsburg organisiert der Verein »Freunde des Augsburger Puppenspiels e.V.« unter dem Titel »Die große Liebe zum kleinen Spiel«.

Hier dreht sich alles rund ums Puppenspiel: Im großen Saal stehen Glasvitrinen mit verschiedenen Puppen-Schauspielern, in denen Szenen aus verschiedenenen Puppentheaterstücken eindekoriert sind. Die Ausstellung ehrt den Verein »Freunde des Augsburger Puppenspiels e.V.«, der sein 25-jähriges Jubiläum feiert.

Alles hat im Jahr 1992 begonnen, als die Stadt die Zuschüsse für die Augsburger Puppenkiste gekürzt hat: Die Stadtkassen waren (und sind) knapp. Sie wissen vielleicht, dass kaum ein Theater ohne Zuschüsse existieren kann, anderenfalls muss es die Eintrittspreise erhöhen, was für ein Kindertheater (die Augsburger Puppenkiste spielt meistens für Kinder) nicht zielführend ist.

Sieben Menschen, die, außer Hans-Joachim und Klaus Marschall, hauptberuflich nicht mit dem Puppentheater verbunden waren, haben sich entschieden, dem Theater, das schon damals deutschlandweit berühmt und ein Augsburger Wahrzeichen war, zu helfen und haben den Verein ins Leben gerufen. Sie wollten sich unter anderem auch um die Akquisition von Sponsoren kümmern. Der damalige Kulturreferent sah das Vorhaben skeptisch, die Vereinsmitglieder verwirklichten es jedoch energisch und erfolgreich. Im Jahre 1997 hatte der Verein bereits dreizehn ordentliche Mitglieder und fast 100 Fördermitglieder.

Die Kommission unterstützt allerdings nicht nur die Augsburger Puppenkiste, sondern das Puppenspiel als solches in Augsburg und Umgebung. Schon 1994 erschien zum ersten Mal die Vereinszeitschrift »Kulisse« mit Informationen und Berichten zum Thema Puppenspiel in der Region Augsburg. Im Jahre 1999 fand in der Kresslesmühle das erste Festival zum Augsburger Puppentheater statt.

Im Jahre 2000 übernahm der Verein die Trägerschaft für das Augsburger Puppentheatermuseum »Die Kiste«, für das die Stadt 650 Quadratmeter in den Räumlichkeiten der denkmalgeschützen Spitalgasse zur Verfügung stellte. Das Museum wurde 2007 zum ersten Mal – als einziges Museum seiner Art – mit einer Schirmherrschaft der UNESCO bedacht.

2015 übernahm die Deutsche UNESCO-Kommission erneut die Schirmherrschaft für die Sonderausstellung »Wasserspiele – Marionetten als Kulturbotschafter«. Die umfangreiche ständige Ausstellung und die halbjährlich wechselnden Sonderausstellungen ziehen Groß und Klein an. Im Dezember konnte das Museum sogar den Millionsten Besucher begrüßen.

2002 wurde ebenso das Programm »Jazz in der Kiste« im Foyer der Augsburger Puppenkiste ins Leben gerufen. Bis heute werden die Veranstaltungen von den Augsburger*innen gut angenommen. Seit 2007 wird das Programm sogar von der Augsburger Stadtsparkasse unter dem Titel »S-Live in der Kiste« unterstützt. In bereits mehr als 150 Konzerten wurden den Zuhörer*innen verschiedenste Musiker vorgestellt. Die Stadtsparkasse ist wichtigster Förderer dieser Veranstaltungsreihe und zeigt mit derartigen Veranstaltungen, dass ihre Fördermittel vernünftig und sehr effektiv verwendet werden.

Als 2003 die erfolgreichen und jährlich stattfindenden »Augsburger Puppenspieltage« dem Rotstift zum Opfer fielen, ruft der Verein »klapps – das kleine Augsburger Puppenspielfestival« ins Leben. Heute hat sich das Figurentheater-Festival als »klapps – PuppenSpielTage« zu einem international besetzten Event entwickelt, mit Vorstellungen exzellenter Puppentheater aus ganz Deutschland. So ist es aus dem Augsburger Kulturprogramm schon lange nicht mehr wegzudenken.

Der Verein unterstützt viele ganz verschiedene regionale Puppentheater. In der Ausstellung sind folgende Theater mit ihren Puppen und Bühnenbildern vertreten: »Augsburger Puppenkiste«, »La Favola«, »Figurentheater Luftsprung«, »Kladderadatsch«, »Kleine Bühne Königsbrunn«, die Handpuppenbühne »Kasper aus der Truhe«, das mobile Marionettentheater »Die Ugglbühne«, das Papiertheater »Multum in Parvo« und »Das Märchenspectaculum«. Hier zeigt sich die große Bandbreite des lokalen Puppenspieles.

Von den sieben Gründungsmitgliedern sind noch drei Herren im Verein aktiv, Christoph Mayer ist bis heute Vorstandsvorsitzender. Auf dem Foto sind fünf von ihnen im Jahr 1992 abgebildet. Die Erfolgsbilanz des Vereins tröstet über den nostalgischen Eindruck, den das Gruppenfoto vermittelt, hinweg. (Foto: Ulrich Wagner)

Das Bild ist vor 25 Jahren entstanden und zeigt den ersten Vorstand des Vereins »Freunde des Augsburger Puppenspiels e.V«. Von links nach rechts: Klaus Marschall, Günter Zembsch, Christoph Mayer, Irma Tietze, Hans-Joachim Marschall, nicht abgebildet sind Christoph Lepschy und Elmar Herr.

Die Ausstellung »Die große Liebe zum kleinen Spiel« ist noch bis zum 5. Januar 2018 zu sehen.

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