Ausstellungen & Kunstprojekte

qp #12 | Denkmuster und Selbstverständnis

Gastautor

Die a3kultur-Redaktion machte sich im Corona-Sommer 2020 auf ins Quartier rund um das Gaswerkareal, um einen Vernetzungskongress für Kultur, Wirtschaft und Politik zu organisieren. Eine Performance wurde aus diesem Anlass in Auftrag gegeben. Sie fiel, wie so vieles in diesen Tagen, der Pandemie zum Opfer. Als Reaktion darauf entstand qp, die Idee eines Kunstparcours quer durchs Quartier. Eine Sichtbarmachung von Orten und der beteiligten Künstler*innen sollte es werden. Mehr dazu lesen Sie hier.


#12 Posthumanist Activities
Mukenge/Schellhammer
Videoinstallation | Lounge im Ofenhaus

Im Fokus der Videoinstallation des kongolesich-deutschen Künstler*innenduos Mukenge/Schellhammer steht die Auseinandersetzung mit westlicher Aufklärung und humanistischen Idealen. Im Zuge der Kolonisierung wurde dieses europäische Selbstverständnis der Überlegenheit als hierarchisierendes Instrument etabliert, sodass auch auf anderen Kontinenten der Stellenwert des einzelnen Menschen, die Wissensproduktion und Denkmuster daran gemessen wurden und der dort existierende Blick auf die Welt auf paternalistische Weise überlagert und ausgemerzt wurde. Dieses eurozentristische System steuert bis heute das weltweit medial verbreitete Bild eines »unterentwickelten« Afrika, dem geholfen werden muss, und sieht Menschen, die nicht vorgegebenen Kategorien entsprechen, als nachrangig an. Der postkoloniale Ansatz, der hier verfolgt wird, betrachtet nicht nur Menschen, sondern weist auch nichtmenschlichen Subjekten und Objekten einen Platz im Universum zu.

Christian Mukenge Lukunku und Lydia Schellhammer, die zurzeit in Kinshasa leben und arbeiten, befassen sich in ihren Projekten mit postkolonialer Theorie und Praktik in Europa und der Republik Kongo, wobei die verschiedenen kulturellen, sozialen und ökonomischen Orte als Laboratorien für ihre Untersuchungen fungieren. Die Ergebnisse ihrer Forschung fasst das Duo in visuelle Formen, für die künstlerische Handlungsweisen wie Performance, Malerei und Szenografie miteinander verschränkt werden.

Mukenge/Schellhammer. Das kongolesisch-deutsche Duo ist ein Versuchskaninchen für post-postkoloniale Theorie und Praktik in Europa und der Demokratischen Republik Kongo. Die Arbeit zwischen unterschiedlichen kulturellen, sozialen und ökonomischen Räumen als Laboratorien führt zu einer fragmentierten und vielschichtigen Perspektive, die individuelle Komfortzonen zerstört und hybride Identitäten schafft. Das visuelle Ergebnis stellt eine Verbindung zwischen elitärem Kunstverständnis und Massenkultur her.  www.mukengeschellhammer.com

Podcast-Interview: what-goes-on.de

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