qp #14 | Goya neu interpretiert

15. Dezember 2020 - 6:44 | a3redaktion

»Saturn frisst seine Kinder« von Esther Pschibul/Daniel Man – qp, das Kunstprojekt zum art3kultursalon 2020, präsentiert 24 Interventionen im Gaswerkquartier. Die Dokumentation auf a3kultur.de und im Katalog. Dazu hier: das Podcast-Interview.

Die a3kultur-Redaktion machte sich im Corona-Sommer 2020 auf ins Quartier rund um das Gaswerkareal, um einen Vernetzungskongress für Kultur, Wirtschaft und Politik zu organisieren. Eine Performance wurde aus diesem Anlass in Auftrag gegeben. Sie fiel, wie so vieles in diesen Tagen, der Pandemie zum Opfer. Als Reaktion darauf entstand qp, die Idee eines Kunstparcours quer durchs Quartier. Eine Sichtbarmachung von Orten und der beteiligten Künstler*innen sollte es werden. Mehr dazu lesen Sie hier.


#14 Saturn frisst seine Kinder*
Esther Pschibul/Daniel Man
Wandmalerei | Parkhaus

Der Maler Daniel Man, als Sprayer auch unter dem Namen CODEAK bekannt, und die Bildhauerin Esther Irina Pschibul haben für die rückwärtige Außenwand des Parkhauses in Kollaboration eine markante, die gesamte Höhe der Mauer einnehmende Wandmalerei konzipiert (* in Planung): die Neuinterpretation eines berühmten Gemäldes von Francisco de Goya.

Goya malte das Bild, das heute – auf eine Leinwand übertragen – im Madrider Prado hängt, um 1820 als Teil eines Zyklus direkt auf die Wand seines Landhauses. Dargestellt ist der dramatische Moment, in dem Chronos/Saturn mit wildem Blick und weit aufgerissenem Mund begonnen hat, eines seiner Kinder zu verschlingen, um der eigenen Entmachtung zu entgehen.

Die Fassung der Geschichte aus der griechischen Mythologie von Pschibul und Man zeigt sich stark abstrahiert und in leuchtenden Farben, um eine auf unsere Gesellschaft übertragene offene Lesart ohne Gewaltdarstellung zu ermöglichen. Die dramaturgische Spannung entsteht hier aus der schieren Größe des Bildes und dem urbanen Umfeld.

Esther Pschibul. Studierte Bildhauerei an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und an der Faculdade de Belas Artes in Lissabon. Begreift die Zeichnung als essenzielles Medium, um dreidimensionale Formen zu recherchieren. Ihre Zeichnungen vom bildhauerischen Prozess entwickeln im Zusammenspiel mit raumbezogenen Installationen ein Eigenleben.
www.esther-pschibul.de

Daniel Man. Verbrachte seine Jugend in Augsburg, wo er als einer der ersten deutschen Graffitisprayer mit dem Namen CODEAK in die Szene eintauchte. Nach Beendigung einer Siebdruck-Lehre selbständig als freier Grafiker und Auftragsmaler. Studierte freie Kunst an der Hochschule in Braunschweig und an der Münchner Akademie.
www.danielman.de

Podcast-Interview mit Esther Pschibul und Daniel Man: what-goes.on.de

qp-Katalogbestellung über:
a3kultur.de/qp-katalog

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