qp #15 | Nah und fern

16. Dezember 2020 - 6:44 | a3redaktion

»Berglandschaft« von Christine Reiter – qp, das Kunstprojekt zum art3kultursalon 2020, präsentiert 24 Interventionen im Gaswerkquartier. Die Dokumentation auf a3kultur.de und im Katalog

Die a3kultur-Redaktion machte sich im Corona-Sommer 2020 auf ins Quartier rund um das Gaswerkareal, um einen Vernetzungskongress für Kultur, Wirtschaft und Politik zu organisieren. Eine Performance wurde aus diesem Anlass in Auftrag gegeben. Sie fiel, wie so vieles in diesen Tagen, der Pandemie zum Opfer. Als Reaktion darauf entstand qp, die Idee eines Kunstparcours quer durchs Quartier. Eine Sichtbarmachung von Orten und der beteiligten Künstler*innen sollte es werden. Mehr dazu lesen Sie hier.


#15 Berglandschaft
Christine Reiter
Skulpturale Installation | Hinterer Teleskopbehälter

Im diffus trüben Licht erhebt sich im Innern des zusammengesunkenen Teleskopgasbehälters 1 eine beinahe unwirkliche grün-bläulich schimmernde Berglandschaft inmitten eines dunklen Sees. Die aus kühnen Gipfeln zusammengestellte Gruppe ist jedoch nicht mächtig und massiv, sondern etwa eineinhalb Meter breit und hoch, zudem fragil, besteht sie doch aus Draht, Papier, Leim und Acrylfarbe.

Christine Reiters skulpturale Installation irritiert unsere Sehgewohnheiten und ermöglicht einen neuen Blick auf oft klischeehaft dargestellte Gebirgslandschaften. Die Bergwelt, Herausforderung und persönlicher Sehnsuchtsort der Künstlerin, ist fester Bestandteil ihres künstlerischen und motivischen Repertoires. Berge sind Ausgangspunkt ihrer Reflexion der machtvollen Schönheit, die lebensbedrohend sein kann, aber dennoch gefährdet durch Besiedelung und Klimawandel ist.

Reiters Inszenierung hinterfragt durch Verfremdung in Form, Farbe und Standort unsere Haltung zur Natur: Unterschiedlich große türkisfarbene Objekte formieren sich zu einer Berglandschaft, die im geheimnisvollen Licht, umgeben von Wasser und begleitet von unheimlichen Geräuschen, nah und fern zugleich erscheint.

Christine Reiter. Geboren 1954 in Schwabmünchen, aufgewachsen in Untermeitingen, lebt und arbeitet in Augsburg. Seit 1998 künstlerisch tätig. 2005–2007 Kunstsommer Irsee. Ab 2008 Unterricht bei Sati Zech. 2016–2019 Mitglied der Künstlergruppe »essentials«.
www.christine-reiter.de



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a3kultur.de/qp-katalog

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