Ein Schatz der Andersartigkeit und Vielfalt

9. Januar 2017 - 11:17 | Susanne Thoma

Mit dem Kulturcafé Neruda im Domviertel hat Fikret Yakaboylu einen Ort der Begegnung, der Kunst und der Kultur geschaffen, der einzigartig in Augsburg ist.

Das Neruda ist Kneipe, Ausstellungsraum, Bühne und Probenraum. Es ist aber auch Kieztreffpunkt, Ideenschmiede und Wohnzimmer. Das Herz und die Basis ist Fikret, den ich immer als freundlichen und aufgeschlossenen, dabei politisch engagierten und gut informierten Menschen erlebe. Die Neruda-Community ist Fikrets »Familie«. Kurz nach Weihnachten fand die letzte Veranstaltung der »Kültürtage 2016« statt. Die Fotoausstellung »Miteinander in Augsburg« ging zu Ende. Stefan Rehbinder hat hierfür Augsburger*innen und Migrant*innen ins Visier genommen und ein Bild von Chancen und Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Kulturen gezeichnet.

Drei Jahre lang hat er die Kültürtage und die Menschen, die sie machen, mit der Kamera begleitet. Vor sieben Jahren ging der Kültürverein und mit ihm das erste interkulturelle Herbstprogramm aus dem Neruda hervor. Es zeigt, wie sich die verschiedenen Kulturen gegenseitig beeinflussen und durchdringen. Der Kültürverein bietet Kulturschaffenden, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, die Möglichkeit, in Augsburg zusammen auf der Bühne zu stehen. Legendär ist inzwischen die deutsch-türkische Sitkom »Döner mit Sauerkraut«. Autor Fikret und seine Kabarettcrew schießen auf urkomische Art gegen die politischen Verhältnisse in der Türkei und in Deutschland, aber auch gegen alles, was mit Rückständigkeit im Denken zu tun hat. Wer einmal das Neruda besucht, wird feststellen: In dieser Community wird Andersartigkeit und Vielfalt gelebt. Für sein Gesamtkunstwerk hat Fikret Yakaboylu in diesem Jahr den Zukunftspreis der Stadt Augsburg erhalten. Sehr verdient, wie ich meine.

Foto: Stefan Rehbinder

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