Die schönste Stimme Augsburgs

Foto: Susanne Thoma
29. Mai 2016 - 12:25 | Susanne Thoma

Tonaufnahmen in Gotteshäusern. Fünfte Station von AiR Reinhard Gupfinger in der Kammgarn Selimiye Moschee.

Die Moschee in Räumen der ehemaligen Kammgarnfabrik im Textilviertel wurde 1974 errichtet. Viele Mitglieder haben früher in der Kammgarn-Spinnerei gearbeitet. Ali Akce, der 1. Vorsitzende der DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde von Augsburg begrüßt uns. DITIB ist ein Kürzel für die türkische Übersetzung ihres eigentlichen Namens »Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion«. Ali Akce führt uns in das Dachgeschoss, den Gebetsraum der Männer. Prachtvolle blaue Kacheln mit Blumenmuster zieren die Wände. Ein dunkelroter Teppich mit hellen Streifen ist schräg im Raum verlegt. Er gibt die Gebetsrichtung nach Mekka vor. Wir lernen Iman Faruk Aydin kennen. Man sagt, er habe die schönste Stimme der Imame in Augsburg. Er ruft die muslimische Gemeinde fünfmal täglich zum Beten. Wir bekommen eine Tonprobe. Es stimmt, seine Stimme ist außergewöhnlich und schön. Die Tonaufnahmen, die Reinhard mit Spezialmikrofonen macht, die an seinem Styroporkopf angebracht sind, werden im August neben anderen Klängen aus Gotteshäusern im Kulturhaus Abraxas zu hören sein.

Saadet Ayaz kommt hinzu. Sie ist in der Gemeinde und auch im landesweiten Jugendverband der DITIB aktiv. Die moderne selbstbewusste Frau benutzt eine App auf ihrem Handy, die ihr die Gebetszeit und die Gebetsrichtung anzeigt, wenn sie gerade nicht in der Moschee ist und nicht die schönste Stimme von Augsburg hören kann. An eine Wand im Vereinslokal im Erdgeschoss ist ein Spruch des islamischen Dichters und Mystikers »Mevlana« geschrieben. Saadet Ayaz erklärt uns, dass er davon handelt, dass der Mensch nicht gierig sein soll. Sie berichtet, wie sich der Verein im sozialen Bereich engagiert. Aktuell plant sie ein multikulturelles Fest mit einem Kindergarten in der Nachbarschaft. Wir haben die Kammgarnmoschee als ein offenes Haus kennen gelernt, in dem Gäste gerne willkommen sind.

Die Tonaufnahmen sind zu hören unter: http://www.welcome-in-der-friedensstadt.de/soziale-plastik-der-religionen/

Im Mai 2016 besuchte Reinhard Gupfinger insgesamt neun Glaubenseinrichtungen, um Tondokumente für sein AiR-Projekt »Silent House of Prayer« zu erstellen. Die Aufnahmen erfolgten über zwei Mikrofone, die an einen Styroporkopf montiert waren, um so die Hörsituation eines Menschen zu simulieren.

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