That's amore

13. Juni 2016 - 9:47 | Sarvara Urunova

Am 19. Juni fällt der letzte Vorhang im Großen Haus. Umso symbolischer erscheint die Tatsache, dass die letzte Premiere vor der Schließung und die allerletzte Vorstellung auf die Oper »Der Liebestrank« von Gaetano Donizetti fällt, die Optimismus, Lebensfreude und Zuversicht verbreitet.

Die Bühnenszenerie (Simon Holdsworth) entführt in die Atmosphäre Italiens der 50er-Jahre. Die Traumkinowelten von Cinecittà und Hollywood verschmelzen in der bunten Romantik von »La Dolce Vita«. Das unbekümmerte Volk feiert das Leben, wäre da nicht die Liebe.

Die Hauptprotagonistin Adina – von Mária Celeng hervorragend verkörpert, die mit ihren Kostümen teils an die junge Sofia Loren, teils vorteilhaft an die divenhafte Maria Callas erinnert – vergnügt sich in ihrer Freizeit mit der Lektüre der magischen Geschichte über Tristan und Isolde, in der ein Liebestrank die Liebe zwischen zwei Menschen auf immer und ewig entflammt. Derweil ist der arme junge Vespa-Fahrer Nemorino (Ji-Woon Kim) unsterblich in sie verliebt, die schöne Frau ist sich jedoch bewusst, dass nicht jeder Kavalier auch für sie Glück bedeutet.

Nemorino lauscht der Geschichte um den Liebestrank, sieht sie als Chance und wünscht sich sehnlichst eine ähnliche Lösung für das Problem. Wie gewünscht erscheint wie von Zauberhand ein Meister im Problemlösen, seien es Falten im Gesicht oder eben die unerwiderte Liebe – der Quacksalber Dulcamara (Young Kwon) hat für alles ein Wundermittel parat. Und er weiß ganz genau, wenn es um wahre Liebe geht, könnte nur eine Flasche Bordeaux, wenn auch nur dank dem Placeboeffekt sehr behilflich werden. Mit viel Humor und prasselnder Freude lässt der Regisseur (Aron Stiehl) seinen Dulcamara als glitzernden Superstar nicht nur prahlend singen und tanzen, sondern als Triumphator über das überraschende Ergebnis seiner Künste vergnügt auf der Bühne essen und sogar schwimmen. Denn der vermeintliche Liebestrank zeigt seine Wirkung: Adina steht zu Nemorino und verjagt all ihre Kavaliere ins Ungewisse, auch den galantesten vo ihnen, Belcore (Giulio Alvise Caselli).

Im Gegensatz zu den anderen Überlieferungen der Geschichte um den magischen Liebestrank, die öfters ein tragisches Ende nehmen, lässt Donizetti seine Protagonisten ihre Liebe feiern und beweist, dass der naive tiefe Glaube an die Liebe Berge versetzen kann, mit oder ohne Getränke.

Die letzten Vorstellungen sind am 16. und 19. Juni zu sehen. Eine Wiederaufnahme zur Spielzeit 16/17 ist geplant – der Ort noch unbekannt.

www.theater-augsburg.de

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