Theaterlandschaft der Zukunft – 3. Dezentralisierung

31. Juli 2016 - 7:59 | Jürgen Kannler

Der bestehende Plan, das Theater zu sanieren und in weiten Teilen neu zu bauen, steckt voller Tücken. Zwölf Diskussionsbeiträge zum Thema.

Bislang werden die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung einer zukunftsweisenden Entwicklung der gesamten Theaterlandschaft nicht gerecht. In zwölf Diskussionsbeiträgen bezieht die a3kultur-Redaktion dazu Position:

1. Namensänderung | 2. Freilichtbühne | 3. DEZENTRALISIERUNG | 4. Theaterviertel | 5. Hierarchie | 6. Interimsspielstätten | 7. Großes Haus | 8. Zukunft | 9. Geld | 10. Werkstätten | 11. Bürgerbeteiligung | 12. Denkmalschutz

Augsburg wächst. Zusammen mit den Vororten wird unsere Region bald 500.000 Menschen zählen. Wer in dieser Phase auf ein monolithisches Theaterzentrum im dünn besiedelten Citybereich setzt, entscheidet sich gegen das Konzept einer Kulturversorgung vor Ort. Wertvoll für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung wäre eine Streuung der Sparten über das Stadtgebiet. Herz und Zentrum (> 7. Großes Haus) dieser neuen Theaterlandschaft würde das sanierte Große Haus am Kennedyplatz samt alter Brechtbühne und Hoffmannkeller werden.

Mit dem Bau einer neuen Brechtbühne auf dem Gelände des Gaswerks schickt sich die Stadt gerade an, einen ersten entscheidenden Schritt in dieser Richtung zu gehen. Das im Ofenhaus geplante kleine Schauspiel und die neu zu schaffenden Strukturen für Verwaltung und Werkstätten werden schon jetzt als Impulsgeber für die angrenzenden Stadtteile Oberhausen, Kriegshaber und Bärenkeller gewertet. Warum also diese Stadtteilbelebung nach wenigen Jahren kostenintensiv in die City zurückholen?

Wer überlegt, an welchen Orten weitere Theater-Satelliten installiert werden könnten, stößt schnell auf die ehemalige Staatsgalerie vis-à-vis dem Kongress am Park, dem Stammhaus der Augsburger Philharmoniker. Dieser leer stehende Kulturbau mit bester Verkehrsanbindung böte den Musikern samt Verwaltung glänzende Übungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Aufführungsort. Einen möglichen dritten Satelliten verrät ein Blick auf die Karte: Die Positionierung des Balletts in Lechhausen könnte aus einem heute kulturell unterversorgten Stadtteil einen kulturellen Hotspot der Zukunft machen.

Eine durchdachte Dezentralisierung würde enorme Raumpotenziale vor allem im Bereich der Kasernstraße frei werden lassen, die, einer marktgerechten Verwertung zugeführt, einen schönen Beitrag zur gesamten Projektfinanzierung (> 9. Geld) leisten könnten. 

Weitere Positionen

11. August 2020 - 7:16 | Martin Schmidt

Gino Chiellino sagt: Integration ist etwas, das grundsätzlich von den Einwanderer*innen verlangt wird, ohne ihnen sagen zu wollen, worin sie besteht.

10. August 2020 - 7:27 | Sarvara Urunova

Die Musikexpertin Sarvara Urunova ist seit vielen Jahren Teil der a3kultur-Redaktion. Ihre Fachgebiete sind Klassik und Jazz. In ihrer Reportage über die russischsprachige Community in Augsburg untersucht sie die Rolle der Sprache für die Menschen.

9. August 2020 - 7:50 | Martin Schmidt

Musik ist das Kraftfeld der Community: Die Sweet Band ist Pionier in Sachen Tigrinya-Pop und Guayla-Dance in Augsburg. Über Hotspots, Vernetzung und temsaẗ eritreischer Musik- und Clubkultur. Von Feven Selemon und Martin Schmidt

7. August 2020 - 7:04 | a3redaktion

Ercin Özlü ist Journalist. Die Muttersprache seiner Eltern ist Türkisch, seine ist Deutsch. Alfred Schmidt und Jürgen Kannler sprachen mit ihm über sozialen Aufstieg, kulturelle Wurzeln und die Bedeutung von Herkunft für die Wahrnehmung journalistischer Arbeit.

6. August 2020 - 12:41 | Renate Baumiller-Guggenberger

Ein reizvolles Konzertprogramm vereinte im Viermetzhof im Maximilianmuseum unter dem Motto „Alles fließt – Panta rhei“ unterschiedliche musikalische Epochen. Gemeinsam mit ihren drei musikalischen Mitstreitern Martin Franke (Violine), Sebastian Hausl (Vibraphon & Percussion) sowie dem Cellisten Edward King demonstrierte die vielseitige Flötistin und Sängerin Iris Lichtinger, wie kreativ Barock, Pop, Jazz und Postmoderne in raffinierten Arrangements zum sanft-swingenden Gesamterlebnis ineinanderfließen können.

5. August 2020 - 7:47 | Juliana Hazoth

Über »Gendertische« in Buchhandlungen. Von Juliana Hazoth.

3. August 2020 - 7:00 | a3redaktion

Der Entscheidung der a3kultur-Redaktion, sich einem Diversity-Prozess zu öffnen, ging ein intensiver Diskurs nach dem »Wie« voraus. Unsere aktuelle Sonderveröffentlichung ist eine Zwischenbilanz dieses Prozesses. Von Jürgen Kannler

2. August 2020 - 15:16 | Martin Schmidt

Die Augsburger Politik ist nicht in der Lage, die Baukosten für den Umbau des alten Stadttheaters und den Neubau des Staatstheaters in seriöses Fahrwasser zu bringen. Die Neuabstimmung über das veraltete Konzept entschied die Schwarz-Grüne Rathausmehrheit für sich. Fest entschlossen, das Projekt voran zu treiben, wohin auch immer. Ein Kommentar von Jürgen Kannler

27. Juli 2020 - 19:21 | Martin Schmidt

Der Stadtrat als Vollzugsorgan der Stadtregierung. Ein Gastbeitrag und Kommentar von Peter Bommas

Behälterturm am Gaswerk, Foto: Martina Vodermeyer
26. Juli 2020 - 9:21 | Susanne Thoma

Aus Privaträumen wird eine Forschungsstätte. Die Initiative Gasius Worx entwickelt in einem Experimentierraum gemeinwohlorientierte künstlerische und mediale Projekte.