Thesen im Theater

Fatzer_Theater Augsburg_Brechtfestival_Foto jan-pieter fuhr
24. Februar 2018 - 14:40 | Bettina Kohlen

Das Brechtfestival 2018 wurde im martini-Park mit einer Premiere, einer Performance und einer Party eröffnet.

Gestern Abend startete das Brechtfestival, das sich in diesem Jahr mit dem Thema »Egoismus versus Solidarität« auseinandersetzt. Statt mit einer Eröffnungs-Nummern-Revue und langatmigen Reden ging es nach kurzen Preliminarien direkt zur Sache, zur Premiere einer Produktion des Theaters Augsburg.

Christian von Teskow inszenierte hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer« als Extrakt aus dem umfangreichen Material des sperrigen Brecht-Fragments. Das Grundgerüst des Bühnengeschehens ist die Desertion von vier Soldaten, die hoffen, so eine (wie auch immer geartete) Revolution voranzutreiben. Im Versteck wird dann gewartet, Spannungen, Diskussionen über das, was richtig ist, und Hunger bestimmen den Tag. Das Ensemble agiert in einem klar strukturierten Bühnentableau vor dem variablen Schriftzug »REVOLUTION«, die Wucht einer antiken Tragödie deutet sich an, doch der Text verweigert sich diesem Zugriff. Nicht Dialoge, sondern Dialektik gehen über die Bühne, sodass die Akteure scheinbar miteinander sprechen, doch letztlich eine Abfolge von Thesen äußern. Diese Isolation der Einzelnen macht zwar vieles deutlich, aber es ist unübersehbar, dass das dichterische Material schwierig ist… Die Darsteller jedoch überzeugen durch ihre große Präsenz: Kai Windhövel ist ein bodenverhaftet-unverschämter Fatzer, und vor allem Klaus Müller als Koch treibt differenziert die Sache voran. Guter Applaus!

Zum Übergang in den obligatorischen Partymodus performte dann im Foyer Johannes Dullin. »Komm und bring einen Freund mit« ist ein völlig absurdes und sehr lustiges Dada-Ding…

Ach ja: Wer mehr »Fatzernation« will, der geht am 28. Februar in den City Club. Dort zeigt das theter ensemble seine Version des Fragments.

www.brechtfestival.de

Weitere Positionen

18. März 2019 - 9:17 | a3redaktion

Während das tim in »Mozarts Modewelten« eintaucht, beleuchtet das Diözesanmuseum St. Afra unter dem Titel »König, Bürger, Bettelmann« die Geschichte von Heilig Kreuz – ein Ort mit engen Verbindungen zur Familie Mozart.

14. März 2019 - 9:47 | Renate Baumiller-Guggenberger

Mit »Die 5ünf« feiert »jetztmusik – Die Augsburger Gesellschaft für Neue Musik« am 16. März im Glaspalast ihr Jubiläum.

13. März 2019 - 9:56 | Susanne Thoma

Der Kulturbeirat empfiehlt nachdrücklich, Tom Kühnel und Jürgen Kuttner als Leitungsteam des Brechtfestivals für drei Jahre zu verpflichten.

12. März 2019 - 9:14 | a3redaktion

a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen zum Thema Gleichheit. Teil 7: Silke Klos-Pöllinger, DGB-Regionsgeschäftsführerin und Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Augsburg

11. März 2019 - 17:14 | Iacov Grinberg

Die neue Ausstellung in der Kunsthalle des BBK im abraxas »Gesichte – Portraits & Visionen« zeigt die Arbeiten von drei KünstlerÜinnenn.

11. März 2019 - 9:05 | a3redaktion

a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen zum Thema Gleichheit. Teil 6: Jürgen »NT« Endres, Booker bei der Kantine und Veranstalter der queer-straight-whatever-Partyreihe »Lovepop«

10. März 2019 - 9:55 | a3redaktion

a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen zum Thema Gleichheit. Teil 5: Benjamin Stechele und Martin Spengler, Geschäftsführer des »Lab for Media Art« Lab Binær

9. März 2019 - 9:45 | a3redaktion

a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen zum Thema Gleichheit. Teil 4: Barbara Friedrichs, Popkulturbeauftragte der Stadt Augsburg

8. März 2019 - 9:04 | a3redaktion

a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen zum Thema Gleichheit. Teil 3: Tülay Ates-Brunner, Geschäftsführerin der Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH

7. März 2019 - 9:34 | a3redaktion

a3kultur sprach mit sieben Menschen aus unserer Region über ihre Erfahrungen und Positionen zum Thema Gleichheit. Teil 2: Elisabeth Morhard, Kulturamtsleiterin der Stadt Bobingen und Organisatorin des Internationalen Bobinger Frauentags