Tonkunst aus Schwaben

15. März 2017 - 8:58 | Geoffrey Abbott

Die Konzertreihe des Tonkünstlerverbands Augsburg-Schwaben gastiert unter anderem in der Moritzkirche.

Demnächst gibt es ein besonderes Konzert in der Moritzkirche. Der große, schlichte, weiße Raum wird erfüllt sein mit Musik zum Nachdenken. Olivier Messiaen schrieb sein »Quatuor pour la fin du temps« unter Umständen, die zum Ende seines Lebens hätten führen können – und tatsächlich das Ende von Millionen Leben bedeuteten. Er befand sich in einem Konzentrationslager. Unter den Mithäftlingen waren auch ein Geiger, ein Cellist und ein Klarinettist, so entstand diese seltene Besetzung. Messiaen selbst spielte den Klavierpart.

In der Moritzkirche bildet das Augsburger Seraphin-Trio (siehe Foto: Gottfried Hefele, Wilhelm Walz und Julian Chappot) zusammen mit dem Klarinettenvirtuosen Eberhard Knobloch das Quartett. Beethovens »Erzherzog-Trio« steht ebenfalls auf dem Programm. Als Bindeglied spielt der Organist der Moritzkirche, Stefan Saule, »Litanies« vom genialen, im Krieg gefallenen französischen Komponisten Jehan Alain. Wahrlich ein Konzert großartiger Musik in einem großartigen Raum.

Veranstalter nicht nur dieses Auftritts, sondern einer ganzen Reihe von Konzerten, ist der Tonkünstlerverband Augsburg-Schwaben. Was ist das für ein Verband? Der Berufsverband der Profimusiker der Stadt und Region unterstützt seine Mitglieder mit rechtlicher Beratung, Versicherung und Fortbildung. Er listet die Namen von Musiklehrern und zusammen mit dem Landes- bzw. Bundesverband reagiert er auf aktuelle Entwicklungen und neue Felder, wie die Rolle von Musik in der Integration oder Musik und Gesundheit.

Die Mitglieder des Verbands sind vorwiegend Musikpädagogen im Bereich klassischer Musik. Die Popmusiker sind eher unterrepräsentiert, gleichwohl Pop die allgegenwärtige Musik unserer Zeit ist und der kulturelle Zugang zur Jugend schlechthin. Die Konzertreihe des Verbands verfolgt eine andere Modernität. Das ist lobenswert und konsequent, aber nicht einfach. Alle Programme beinhalten mindestens zur Hälfte zeitgenössische Musik.

Die Augsburger Konzerte stellen junge, lokale Talente, oft ungewöhnliche Besetzungen, vernachlässigte Werke und Raritäten vor und das auf hohem Niveau. So trat der Augsburger Cellist Andreas Schmalhofer mit Yi Lin Jiang am Flügel im Januar im Rokokosaal auf. Im Februar spielte die junge Friedberger Gitarristin Isabella Selder im Mozarthaus.

Das Konzert des Seraphin Trios findet am 26. März um 16 Uhr statt. Kurz darauf, am 1. April, spielt das Christian Stock Trio Jazz, Blues, Swing und Groove im Bechstein Centrum (ehem. Pianohaus Hermes & Weger), am 27. Mai geben Iris Lichtinger und Stefan Blum einen ungewöhnlichen Abend mit spiritueller Weltmusik für Blockflöten, Gesang und Percussion in der Utopia Toolbox (Wertachstr. 29a). (Geoffrey Abbott)


Tickets und weitere Infos unter: www.tkva.de

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