Umz-umz! Twäng-twäng! Plink-plink!

7. März 2015 - 12:48 | Martin Schmidt

Im Märzen die Power die Rösslein einspannt: PS heißt Pferdestärke – und Trance-Techno heißt Paul van Dyk, Indiepop ist ein Zebra und im Grandhotel gibt’s ein(en) Hang zur Harfe.

Miami, Denver, Dallas, Augsburg. Warum eigentlich nicht. Trance-Techno-Gigant Paul van Dyk elektrisiert im März die Fuggerstadt. Die fleischgewordene Großleinwand elektronischer Tanzmusik beehrt am Freitag, 13. März, das Augsburger Kesselhaus. PVD (»Pii-Wii-Dii«), wie ihn seine Fans nennen, wurde zwei Mal in Folge zum »No. 1 DJ in the World« gekürt und remixte illustre Typen und Kapellen wie Justin Timberlake, New Order und U2. Viele sagen: van Dyk ist der U2 der Four-to-the-floor-Musik. (Ja, »der U2« ist nicht deutsch, aber wie bei Trance gilt: Ihr wisst doch, was gemeint ist!)

Ja, und im Schatten von Pii-Wii-Dii sei allen Clubgängern für diesen Monat ihr alljährliches Schicksal mitgeteilt: Die Sommerzeit beginnt, die Uhren werden eine Stunde vorgestellt (von 2 Uhr auf 3 Uhr) und die Clubnacht wird dementsprechend um eine Stunde Tanzspaß kürzer. Dieses Jahr ist die Zeitumstellung von Samstag, 29., auf Sonntag, 30. März. Vielleicht rettet ja vor dieser einen Stunde Vergnügungsverlust der Welttag der Frau: Das Ostwerk feiert in der Nacht vorher, am Samstag, 7. März, bei »Lost in Music« ein Special zum Weltfrauentag. Alle Damen zahlen nur den halben Eintritt und ein Glas Prosecco kommt obendrauf. So wird ein Club voll an Damen gleich zum wichtigen Weltherrentag.

Ein Mal Australien, ein Mal Austria

Als geneigter Konzertgänger oder orientierungshungriger Hipster sieht man sich zunehmend eingekesselt von Anarcho-Formaten, deren Partywert sich durchaus darin äußert, sich jeglicher Deutungsmacht zu entziehen. Letzten Monat legten noch HGich.T mit Schlingensief-Rave der Fuggerstadt ihre Hand auf, im kommenden April folgen die übermächtigen Deichkind (Kantine). Irre, kirre, Partyradau! Beide Acts sind geile Aufrufe, aber man muss die Ohren dafür haben, das Gehörte zu verstehen.

Wer Stil statt Style und Waffenruhe im Eventkapellen-Stadel sucht, der findet im März schmucke Formate – was die Indieness der Veranstalter wie der Musiker betrifft. So spielen am Samstag, 14. März, The Zebras und Cool Sounds im Laden der Lokalhelden (Bismarckstraße 10) und am Donnerstag, 19. März, Ciference Symphony im Grandhotel (20 Uhr).

Mit The Zebras und Cool Sounds (beide: Australien) kommen Sonne und Licht direkt von Down Under in den kleinen Shop der Lokalhelden. Die beiden Bands kommen nur für drei Konzerte nach Deutschland – das Gastspiel im Bismarckviertel wird somit ihr einziger Auftritt in Süddeutschland sein. The Zebras aus Melbourne schrubbeln sonnigsten Indiepop und waren bereits auf Tour mit Lambchop und The Shins, und wer Belle & Sebastian, Stars, The Go-Betweens oder Teenage Fanclub mag, den wird dieser Abend sehr glücklich machen. Die Support-Band Cool Sounds trägt ihren Anteil dazu bei mit Lo-Fi Jangle Pop. Einlass ist 20 Uhr, Beginn pünktlich 21 Uhr.

Ciference Symphony fusioniert zwei einzigartige Klangkörper: Harfe und Hang. Das Wiener Duo bespielt seit 2010 mit minimalistischen, feinfühligen Eingenkompositionen internationale Konzertsäle – und nun auch das Grandhotel. Wenn mal will, der Gegenentwurf zu Paul van Dyk: subtil, sanft, poesievoll. Der März – ein Musikmonat der Extreme. Aber da rettet uns der Ausspruch des Gitarristen Les Paul: »Ich wollte Musik machen, die so anders war, dass meine Mutter mich von den anderen unterscheiden konnte.«

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