… und dann ist doch alles, wie’s ist

1. November 2019 - 8:09 | Marion Buk-Kluger

Quergelacht: Die a3kultur-Kabarett-Kolumne im November

Früher war wirklich alles besser, oder? Wenn ich mir das Kabarettprogramm im November ansehe, dann möchte ich es im ersten Moment bejahen. Früher, zu meinen Kabarettanfängen, war ich angetan von Silvano Tuiach und seiner spitzzüngigen Eloquenz, mit der er die Dinge im Allgemeinen und im Kleinen, will heißen das Augsburger Geschehen, beschrieben hat. Mir persönlich wurde sein Auftritt, auch im Radio, über die Jahre dann etwas zu »platt«. Ähnlich erging es mir mit dem Duo Herr und Frau Braun. Nun »Nix für unguat!« (so heißt übrigens ihr aktuelles Programm): Die drei gehen zusammen auf die Bühne und widmen sich den Zeitgeistthemen. Gabriela Koch und Roland Krabbe haben sich sogar an der Serie »Sketch History« im ZDF orientiert und zeigen unter anderem moderne Versionen der großen Duos der Weltliteratur (Adam und Eva, Robinson und Freitag, Romeo und Julia). Und Tuiachs Alter Ego Herr Ranzmayr gibt seine Welt- und vor allem Ehesicht zum Besten. Nun, alles hat seinen Grund, alles bleibt natürlich Interpretationssache und subjektiv, daher gilt es sich selbst ein Bild zu machen: entweder am 3. November im Spectrum oder am 17. November in St. Johannes in Königsbrunn. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.
 
Beim Ringlstetter Hannes bin ich ebenso im Zwiespalt, vor allem seit der Komiker seine Sendung im Bayerischen Fernsehen hat. Bei deren Aufzeichnungen kann man übrigens als Zuschauer dabei sein, Tickets gibt es auf der Homepage ringlstettertv.de. Das Format steht und fällt mit den Gästen und der Hannes ist mir zudem manchmal zu selbstgerecht. Nun, wie er sich solo macht, das können wir am 15. November, 19:30 Uhr, in der Stadthalle Gersthofen bei seinem Programm »Aufgrund von Gründen« unter die Lupe nehmen. Er selbst will Fragen beantworten wie: Hat das Erwachsenwerden mit seinen fragwürdigen Voraussetzungen überhaupt einen biografischen Sinn? Wieso dreht die Welt komplett am Rad? Wo sind unsere viel zitierten »Werte« hingekommen? Oder: Ist ein Besuch der Erdinger Therme die wahre Apokalypse? Aber auch Lieder hat er im Gepäck, denn singen kann er. Etwa »Think global – drink regional«. Ansonsten, so heißt es in der Ankündigung, erwartet den Besucher viel Ying und Yang, hin und her, auffe und obe, hinte und viere – und dann is doch alles, wie’s ist.
 
Einen Grund, bereits schon einen Tag vorher in die Stadthalle Gersthofen zu gehen, habe ich: Stephan Zinner kommt nämlich – und der ist einfach überall gut: Ob als Söder-Imitator auf dem Nockherberg, als Metzger Simmerl in den Eberhofer-Krimi-Verfilmungen oder solo als Kabarettist. Also auf zu seinem fünften Programm »Raritäten« am 14. November um 19:30 Uhr

Foto, Herr und Frau Braun mit Silvano Tuiach: Rolf Störmann

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