Und Verbrechen lohnt sich doch

27. Februar 2015 - 11:45 | Jürgen Kannler

Der Träger des Deutschen Krimi-Preises steht seit Mitte Januar fest. Er heißt Franz Dobler. Ein Interview

a3kultur: Wir gratulieren herzlich, auch wenn wir damit vielleicht etwas spät dran sind.

Franz Dobler: Vielen Dank.

Streng genommen ist Ihr Werk »Ein Bulle im Zug« ja gar kein Krimi.

Stimmt, hat die Jury wohl gar nicht gemerkt.

Oder sie hat das Buch im Kindle gelesen, auf dem Cover steht nämlich ganz deutlich: »Tropen Roman«. Haben Sie die Herrschaften eigentlich mal kennengelernt?

Einige kenne ich, die anderen werde ich vielleicht nie kennenlernen. Der Deutsche Krimi-Preis ist meines Wissens der einzige Literaturpreis, der ganz ohne Preisverleihung und übrigens auch ohne Preisgeld auskommt.

Wie, es gibt kein Preisgeld? Das ist aber schade. Was bringt der Preis denn sonst so, außer dass Sie Ihre kostbare Zeit mit Interviews vergeuden?

Zunächst einmal viel Ehre, und das meine ich ernst. International hat James Lee Burke gewonnen und Friedrich Ani stand in den Jahren vorher schon einige Male an meiner Stelle. Das sind Kollegen, die ich sehr schätze.

Aber von Ehre allein kann ein Autor nicht einmal in Augsburg leben. Mit dem Krimi-Preis ausgezeichnete Bücher sollen ja gute Chancen haben, ein Bestseller zu werden.

Nicht alle, wir werden mal sehen. Aber wenn es klappt, dann verspreche ich, den Erlös ausschließlich für Recherchezwecke auszugeben.

Sie planen einen zweiten Teil mit Faller? Bekommt der Bulle nun ein Tramperticket und fährt durch Europa?

Die Sache mit dem Zug ist durch. Aber die Fortsetzung folgt.

Wann?

Ist noch nicht ganz klar. 2017, vielleicht.

Und in der Zwischenzeit kommt »Ein Bulle im Zug« ins Kino?

Der Stoff soll auf alle Fälle verfilmt werden. Die Rechte sind verkauft. Wann und wo das Ergebnis zu sehen sein wird, weiß ich im Augenblick noch nicht.

Krimi-Preis, Bestseller, Fortsetzung, Verfilmung, da soll noch einer sagen, Verbrechen lohnt sich nicht.
 
So it is!

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