Unikales in der Galerie Unikat

22. November 2017 - 21:39 | Iacov Grinberg

Jede Galerie hat ihre Spezialisierung, die von ihren Galeristen oder ihren Kuratoren bestimmt ist: Sie bestimmen, was ausgestellt wird, was ihren Vorstellungen und Ansichten entspricht. Die Galerie »Unikat« (Auf dem Kreuz 20), die, wie es ihrer Benennung gebührt, in der Regel unikale Objekte zeigt, ist dabei keine Ausnahme.

Jede Galerie hat ihre Spezialisierung, die von ihren Galeristen oder ihren Kuratoren bestimmt ist: Sie bestimmen, was ausgestellt wird, was ihren Vorstellungen und Ansichten entspricht. Die Galerie »Unikat« (Auf dem Kreuz 20), die, wie es ihrer Benennung gebührt, in der Regel unikale Objekte zeigt, ist dabei keine Ausnahme.

Der Galerist Ulli Nerdinger war schon Grafiker zu Zeiten, als dieses Wort für ein breites Publikum noch buchstabiert und erklärt werden musste. Damals, im Unterschied zur heutigen Zeit, in der sich jeder als »Grafiker« oder »Designer« bezeichnen kann (nicht nur unsere Währung, sondern auch diese Begriffe sind Opfer der Inflation geworden). Früher bedeutete dieser Titel auch, dass man außer einer Begabung und einer guten Technik auch noch ein profundes künstlerisches Wissen hatte. Dies prägt in Nerdingers Fall auch die Auswahl der ausgestellten Künstler in der Galerie. Zudem zeigt er meist Arbeiten von lokalen Künstlerinnen und Künstlern. Seinen Aufruf »Internationale Kunst ist gut und wichtig – vergessen sie aber nicht, dass auch in Augsburg sehr gute Künstler leben und arbeiten« kann man nur herzlich begrüßen.

Die neue Ausstellung »les temps perdüs« stellt die Arbeiten eines äußerst interessanten Augsburger Malers vor: Ali Koray. Seine Bilder können als Unterstützung der Meinung dienen, dass ein Kunstwerk der bildenden Kunst dann wirklich Kunst ist, wenn es schon auf den ersten Blick die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht und nicht mehr loslässt.

Der Künstler nimmt als Ausgangspunkt Bilder von alten Meistern und übernimmt dabei die Rolle des Zahns der Zeit. Seine Bilder sehen so aus, wie viele Arbeiten aus den vorigen Jahrhunderten, wenn sie zum ersten Mal vor den Restauratoren erscheinen – mit Kratzern, Verunreinigungen, Spuren von schlechter Aufbewahrung und Lagerung – und trotzdem durchblickt man dabei etwas künstlerisch Großes. Die Beschädigungen zwingen uns dazu, ihrer ungeachtet, dieses Große intensiv zu suchen und zu erkennen.

Für Kunstexperten wäre es sicher sehr interessant zu sehen, wie die Arbeiten mit Acryl- und Ölfarben entstehen und wie diese durch so ungewöhnliche Materialien wie Autolacke, Asche, Spachtelmassen, Wandfarben etc. gemischt und verändert werden. Für uns einfache Betrachter sind diese Arbeiten einfach nur schöne Kunstwerke. Diese Meinung wird auch dadurch bestätigt, dass am ersten Tag der Ausstellung bereits drei Bilder verkauft wurden. Sie bleiben mit ihren roten Punkten noch bis zum 2. Dezember in der Galerie ausgestellt. Verpassen Sie dieses Treffen guter Augsburger Kunst nicht!

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