Die unvergessliche Leichtigkeit des Spiels

sebastianknauer
31. August 2015 - 14:12 | Sarvara Urunova

Mozart@Augsburg eröffnete am 28. August in der Ev. St. Ulrichkirche

Wenn man den Eröffnungsabend des Festivals Mozart@Augsburg in nur zwei Worten beschreiben wollen würde, so hieße es: Mozart und Liebe Liebe in den Werken und zum Werk, Liebe im Spiel auf der Bühne, Liebe auf den ersten Blick.

Durch das Programm, das aus Mozarts Liebesarien, seinem Klavierkonzert in A-Dur KV 488 und der Sinfonie Nr. 39 in Es-dur KV 543 bestand, führten die Sopranistin Mojca Erdmann, Sebastian Knauer am Klavier und »Camerata Salzburg« unter der Leitung von Alexander Shelley.

Die zärtliche Liebe zu einer jungen Primadonna, der englisch-italienischen Sopranistin Nancy Storace, inspirierte den Komponisten zum Schaffen all der Werke des Programms. Sein »englisches Mädchen« durfte als erste die Susanna in »Le nozze di Figaro« singen und diente als Muse während des Schreibens seines 23. Klavierkonzerts in A-Dur, das mit Leichtigkeit und Demut erfüllt ist. Die Sinfonie in Es-Dur schrieb Mozart im Jahr nach Nancys Lebewohl. Dementsprechend verwandelte sich der Abend zu einer Ode an die Liebe in all dem Facettenreichtum, der nur dieses Gefühl hervorrufen kann.

Die Musik erzählte von emotionalen Höhen und Tiefen und die Musiker brachten den Gefühlszustand in einer unvergleichlichen Steigerungsform leidenschaftlich zum Ausdruck. Sebastian Knauer begeisterte in Höchstform neben seinem dynamischen charismatischen Spiel mit tiefgehenden elegischen Tönen im Adagio-Satz des Klavierkonzerts. Die Sängerin Mojca Erdmann brachte feinfühlend die romantische Note in die Zusammenstellung der Emotionen. Alexander Shelley ließ sich von Emotionen nicht ablenken und leitete den Abend bestimmend elegant und geruhsam. Das Orchester entzückte mit unvergesslicher Leichtigkeit der Darbietung und sorgte für die »Liebe auf den ersten Klang«.

Die Liebe als Komposition des Lebens kann kaum durch ein anderes Medium so wahrhaftig und ergreifend wiedergegeben werden als durch die Musik. Alle Beteiligten des Abends bewegten sich hervorragend zwischen diesen beiden Größen und übertrugen mit Hingabe das Gefühl in all seiner Freiheit ans Publikum, das mit Standing Ovations den Schlussakkord des Abends feierte.

Beim nächsten Konzert des Festivals, am 5. September, spielen die jungen Hochbegabten der georgischen Paliashvili Schule im Rokokosaal der Regierung von Schwaben ab 18 Uhr.

Weitere Termine des Festivals auf www.mozartataugsburg.com

Auf dem Foto von Saskia Wehler: Sebastian Knauer nach dem Auftritt

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