Vivaldissimo!

7. Mai 2018 - 9:19 | Renate Baumiller-Guggenberger

Eröffnungskonzert des Deutschen Mozartfests mit der Capella Gabetta unter der Leitung von Andrés Gabetta in Ev. Heilig Kreuz

Das war schon »mächtig« imposant! Der Auftakt zum Deutschen Mozartfest, das der künstlerische Leiter Simon Pickel in diesem Jahr mit gewohnter Raffinesse in die dramaturgische Klammer »Machtspiele – Powerplay« setzt, brachte das Publikum im leider nicht ausverkauften Kirchenraum von Ev. Heilig Kreuz in den Genuss eines ebenso exquisit zusammengestellten wie feinsinnig interpretierten Programms – eine echte Sternstunde für Liebhaber historischer Aufführungspraxis auf vollendet klingendem Niveau.

Natürlich bürgt der Name »Gabetta« für interpretatorische Qualität: In Augsburg zauberte der Bruder der Cellistin Sol Gabetta, Andrés, als einer der bekanntesten Barock-Violinisten seiner Generation den Glanz und die betörende Innigkeit in die fünf Vivaldi-Konzerte. Mit dem variantenreichen »Concerto Grosso« op. 5 seines Zeitgenossen Francesco Geminiani sowie dem »Konzert Nr. 6 für Violine, Streicher und Basso continuo« aus der Feder von Joseph Umstatt wurde das Programm kontrastreich abgerundet. Erfrischend frei von Starkult-Posen, dafür mit tänzerisch-federndem Elan und insbesondere mit phänomenaler Bogenführung legte Andrés Gabetta die von den barocken Werken geforderten Affekte frei. Übergangslos wechselten sich höfische Noblesse und Esprit mit andachtsvoller Klarheit ab, brillierten insbesondere in Vivaldis »Konzert für vier Violinen h-Moll RV 580« die Streichersolisten um die Wette. Atemberaubend schön! Als Konzertmeister der Capella Gabetta sorgte er unaufgeregt, dennoch mit Präzision für den homogenen, stets inspiriert und lustvoll artikulierten musikalischen Ensemblegeist, der dieses Eröffnungskonzert in jedem Moment zu einem Musikerlebnis der Extraklasse machte.

Das erst 2010 von den Geschwistern Sol und Andrés Gabetta gegründete Ensemble sichert sich insbesondere mit Einstudierungen und Einspielungen von Kompositionen, die einen Bezug zum Habsburger Hof haben, seine kammermusikalische Expertise. Virtuoser kann man Vivaldi und »Co« nicht ins Heute und/oder ins Deutsche Mozartfest holen! Trostpflaster für alle, die den Abend versäumt haben: Der Mitschnitt von BR Klassik wird am 17. Juli um 18.05 Uhr gesendet!

www.mozartstadt.de

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